Einen ganzen Wald gefasst
Eugen-Neter-Schule, Mannheim

Der jüdische Kinderarzt Eugen Neter (1876-1966) ist der Namensgeber eines Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Kindererholungsheims, das sich über die Jahrzehnte –zeitweilig Pockenstation – zur heutigen Förderschule in Mannheim entwickelte. Rund  220 Kinder werden hier unterrichtet.

Den 2006 ausgelobten Realisierungswettbewerb zur Erweiterung und Neustrukturierung der  Anlage gewann das Stuttgarter Büro harris  + kurrle architekten bda. Zentrales Entwurfsmotiv ist der aus dem Wald geschnittene Innenhof, der als frei bespielbare Grünfläche mit wenigen markanten Bäumen gestaltet ist. Die Kopfbauten der ursprünglichen Anlage werden Teil des Hofes. Ein umlaufender Laubengang verbindet alle Teile barrierefrei. Als Teil der beiden Stahlb  etonplatten (Decke und Boden) fasst er das Ensemble und formuliert einen geschützten Raum. Zwischen den Sichtbetonplatten wurden die Klassen- und Nebenräume mittels weiß lackierter Stahlbeton-Hohlwände und Stahlstützen sowie im Inneren durch verputzte Kalksandstein-Wandschotten ausgebildet. Bodentiefe Fenster erlauben aus jedem Raum den direkten Zugang in den Wald. Die Bauwerkskosten belaufen sich auf 3,78 Mio. €.