Dynamic City Jens Lehmann

Entwurf

„Dynamic City“ ist ein Entwurf, der sich mit dem Thema des parametrischen Entwerfens auseinander setzt. So ist der derzeitige Stand nur eine Möglichkeit von vielen. Es ist also noch möglich, beispielsweise die Straßenbreiten, Straßenanordnung, Gebäudehöhen, bebaute Flächen usw. zu verändern. Wobei eine Änderung gleichzeitig die entsprechende Änderung anderer Parameter nach sich zieht und diese dann auf die neuen Situationen anpasst. Wird beispielsweise eine bebaute Grundfläche auf Grund breiterer Straßen kleiner, werden die Gebäude, die sich dort befinden auch niedriger. Es ist ein in sich verschachteltes System.

Die Hauptdurchwegung in dem Gebiet findet von Nord nach Süd statt, um den Fluss mit der Stadt zu verbinden. Hier befinden sich gerade im nördlichen Bereich Plätze und Grünräume, die die Oberfläche vergrößern und dadurch mehr Sicht auf das Wasser gewährleisten. Im nördlichen Bereich zum Wasser wurde eine neue Promenade geschaffen. Die Gebäudeblöcke richten sich nach dem Sonnenstand aus, indem sie sich auf der Süd­seite abtreppen, um viel Sonne einzufangen und möglichst viele Wohngebäude mit natürlichem Licht zu versorgen. Auf der anderen Seite war es wichtig, den öffentlichen Raum zu verschatten. Aus Berechnungen ergab sich, welche Abstände der Gebäude zuein­ander optimal sind, welche Straßenbreiten sinnvoll sind und welche Funktionen in den Gebäuden untergebracht werden. In Bereichen, die ganzjährig verschattet werden, wird es daher keine Wohnungen geben. Aber auch die Gebäudeform spielt hier eine entscheidende Rolle. Unterschieden wird zwischen drei Formen: die Ost-West-Ausrichtung, die eher quadratische Form und die Nord-Süd-Ausrichtung. Letztere ist vorrangig für die Wohngebäude gedacht. Wobei die Ost-West-Ausrichtung hingegen für Büro- und Arbeitsbereiche angedacht ist.

Begründung der Jury

Sehr intensiv und mit hoher Detailtiefe für städtebauliche Qualitäten zeigt der Entwurf, wie sich mit parametrischem Planen unterschiedliche städtebauliche Varianten und Mög­­lichkeiten verschiedener Nutzungsabhängigkeiten und Funktionsstrukturen verändern und optimieren lassen. Die Berechnun­gen waren Basis für die Planung von optimierten Gebäudeabständen, Straßenbreiten und Funk­tionszuordnungen. Eine gleich hohe Bedeutung hat die Untersuchung von Nach­haltig­keits­aspek­ten, hier wurden verschiedene Parameter eingesetzt, untersucht und optimiert.

Die Jury überzeugt bei dieser Arbeit der Umgang mit modernen Planungsmethoden einerseits und die Intensität andererseits, mit der komplexe städtebauliche Ansprüche mit Blick auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz definiert und optimiert wurden.

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