Das Netzwerk Allgäuer Baufachkongress war ein voller Erfolg

Nachhaltigkeit, Energie, Modernisierung, Vermarktung: Um diese Schwerpunktthemen rankte sich das hochkarätige Kongressprogramm beim Allgäuer Baufachkongress in Oberstdorf vom 20. bis 22. Januar 2010. Der Baustoffkonzern Baumit konnte bei der 9. Veranstaltung einen ­Rekordbesuch verbuchen: An jedem der drei Veranstaltungstage besuchten weit über 1000 Teilnehmer den Kongress. Seit dem Start der Veranstaltungsreihe 1984 ist es für Baumit ein besonderes Anliegen, den intensiven Gedankenaustausch in der Baubranche zu fördern und intelligente Netzwerke zu knüpfen. „Netzwerke knüpfen“ war damit folgerichtig das Motto des Baufachkongresses.

Nach dem Eröffnungsvortrag zum Thema „Netzwerk Gehirn“ von Prof. Dr. Manfred Spitzer hatten die Teilnehmer die Qual der Wahl aus 60 Fachvorträgen mit insgesamt 70 Stunden Programm. 55 hochkarätige Referenten aus Verbänden, Wirtschaft, Industrie, Architektur, Forschung und Ingenieurwesen waren verpflichtet worden.

Neben übergreifenden Beiträgen zum „Nachhaltigen und energieeffizienten Bauen“, u.a. mit einem Beitrag von Prof. Dr. Dr. Radermacher und dem Referatsleiter im Bundes­ministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Ministerialrat Hans-Dieter Hegner, zur neuen EnEV 2009 und der zu erwartenden 2012, und Prof. Dr. Michael Braum, der in seiner Funktion als Vorsitzender der Stiftung Baukultur über die Bedeutung von Qualität in der Architektur als Baukultur referierte, wurde eine Fülle von Bau-, Baupraxis- und Vermarktungsthemen angeboten.

Großes Interesse fanden bei den Besuchern die Baupraxis-Vorträge zum Thema WDVS und Algen, Pilze und Schimmel. Aber auch Rechts-Themen und Tipps zur Vermarktung waren gefragt. Über Farben und Trends referierte u.a. Prof. Axel Venn (Professor für Farbgestaltung und Wahrnehmungswissenschaften).

Am Donnerstag startete der Kongress vor einem gefüllten Vortragssaal mit Modernisierungs-Baukonjunkturdaten. Im Anschluss folgten Statements, ein Film (in welchem sich modernisierungswillige Endverbraucher äußerten) und eine Podiumsdiskussion zum brisanten Thema Marktpotenzial modernisierungswilliger Endverbraucher. Was leisten und wie reagieren die am Bau Beteiligten bezogen auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe? Führende Vertreter aus Handel, Handwerk, Architektur und Industrie nahmen hierzu Stellung.

Den letzten Kongresstag begannen M. Möllmann und Dr. Strunge, beide Dycker­hoff AG, mit einem interessanten Vortrag zu photokatalytischen Baustoffen. In Zeiten, in denen zunehmend über die Umwelteigenschaf­ten von Baustoffen diskutiert wird, ist auch die Wirkung der Photokatalyse durch Titandioxid in Form von Anastas im Gespräch. Der photokatalytische Effekt ist schon seit langem bekannt und führte z. B. zur Zerstörung von organischen Bindemitteln in Farben. Neuste Untersuchungsergebnisse zeigen, dass es noch ein erhebliches Potential gibt, photokatalytisch wirksame Baustoffoberflächen zu optimieren.

Architekt Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts, zeigte realisierte Sonnenhäuser, die belegen, dass eine vollständige Deckung des Heizenergiebedarfs durch Sonnenenergie heute einfach und mit Komfortgewinn machbar ist. Die Erfahrungen und Resonanzen der Bewohner waren durchweg positiv. Beim Sonnenhaus-Heizkonzept ist der fossile Energieeinsatz gering, da die Wärme zu 100 Prozent regenerativ erzeugt wird. Zudem kommen Hocheffizienzpumpen zum Einsatz, so dass nur ein jährlicher Stromverbrauch von 200 bis 300 Kilowattstunden für Hilfsenergien anfällt (www.sonnehaus-institut.de).

Als letzter Referent an dem Kongress trat Markus Hillegaart von Strauss & Hillegaart aus Cottbus auf. Die Fassadenmaler, Künstler und Autodidakten haben sich mittlerweile einen Namen gemacht mit ihren großflächigen Gemälden, die sie mit besonderer Präzision umsetzten. Markus Hillegaart schilderte zahlreiche Arbeiten von der ersten Skizze bis zur Umsetzung, so mit anderen die Kinderzahnarztpraxis Dr. Mokabberi in Berlin (KU 64), bei welchem es galt, ein riesiges „Ablenkungsmanöver“ zu inszenieren, um den kleinen Patienten ihre Angst vor dem Zahnarztbesuch zu nehmen.

Für die Zahnarztpraxis KU 64 am Kurfürstendamm in Berlin wurden zwei Wand­motive entwickelt, die man nur aus bestimmten Blickwinkeln unverzerrt erkennen kann. Verlässt man die ausgesuchten Sichtachsen, so verzerren sich die Motive auf ungeahnte Art und Weise und in unterschiedlich wahrnehmbaren Geschwindigkeiten. Das abstrakte Punktraster sorgt dafür, dass auch die verzerrten Bildbereiche eine eigenständige Ästhetik besitzen. Die Zahnarztpraxis wird derzeit um eine Kinderklinik mit vielen kleinen Comic-Figuren erweitert.

Der Allgäuer Baufachkongress 2010 war eine wichtige Plattform für die Netzwerke am Bau, also für alle am Bau Beteiligten. In Oberstdorf war es diesmal ein ganz besonders gut gelungenes Dialogforum. Schade eigentlich, dass diese positive Dynamik des Kongresses für die gesamte Branche nur alle zwei Jahre stattfindet. Die Jubiläumsveranstaltung, der 10. Allgäuer Baufachkongress, findet von Mittwoch, 18. Januar bis Freitag, 20. Januar statt; 2012. BF

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