DGNB Auszeichnung „Klimapositiv“

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. hat eine neue Auszeichnung auf den Weg gebracht. Als „Klimapositiv“ gilt ein Gebäude dann, wenn es durch eine ausgeglichene oder idealerweise negative CO2-Jahresbilanz im Betrieb einen positiven Beitrag zum Klimaschutz hat. Bei der Bilanzierung werden die absoluten Treibhausgasemissionen des Gebäudes im Betrieb berechnet – jeweils bezogen auf ein Jahr. Dabei wird betrachtet, wie viele CO2-Emissionen ein Gebäude über die gelieferte und verbrauchte Energie verursacht; explizit mit eingerechnet wird bei der DGNB dabei der Nutzerstrom. Von diesem Wert subtrahiert werden die CO2-Emissionen, die das Gebäude gezielt vermeidet – durch den Export von Energie, die am Gebäude erzeugt wird. „Um klimapositiv im Sinne der DGNB zu sein, gibt es drei Schlüssel: zum einen eine hohe Energie­effizienz über eine intelligente Gebäudeplanung, den sinnvollen Einsatz von Gebäudetechnik und aufgeklärte Nutzer; zum zweiten die Nutzung ­regenerativer Energiequellen und zum dritten die Einspeisung von selbst produzierter Energie ins Netz“, so Dr. Christine Lemaitre aus dem Vorstand des DGNB. Die Auszeichnung ist für ein Jahr gültig. Um sich weiter als „Klimapositiv“ bezeichnen zu können, müssen die Eigentümer ihre Bilanzdaten für das Folgejahr neu vorlegen. Da der Beitrag eines Gebäudes zum Klimaschutz ein wichtiger, aber nicht der einzig relevante Faktor im Sinne des nachhaltigen Bauens ist, koppelt die DGNB die Auszeichnung „Klimapositiv“ an eine DGNB Zertifizierung für Gebäude im Betrieb.

Im Rahmen der Expo Real in München wurden erste Projekte von der DGNB als klimapositiv ausgezeichnet. Neben zwei Einfamilienhäusern in Freising und Mühltal ist mit dem Aktiv-Stadthaus in Frankfurt (DBZ 10 | 2015) auch ein Geschosswohnungsbau dabei. Von Elobau wurden gleich zwei Projekte prämiert: ein Logistikzentrum in Leutkirch sowie ein Betriebsgebäude in Probstzella. Das Veranstaltungsgebäude Langes Haus in Bad Heilbrunn und die Volksbank-Filiale in Kirchheimbolanden wurden ebenso als klima­positiv ausgezeichnet wie zwei ehemalige Preisträger des DGNB Preises für Nachhaltiges Bauen: das Rathaus Freiburg (DBZ 6 | 2018) und das Schmuttertal-Gymnasium Diedorf (DBZ 11 | 2015). Als erstes internationales Projekt wird mit der School of Design and Environment in Singapur eine weitere Schule ausgezeichnet. Hinzu kommt das aus zwei Bauteilen bestehende Eisbärhaus in Kirchheim unter Teck. Das 2009 errichtete Wohn- und Geschäftshaus erhielt neben der Klimapositiv-Auszeichnung zusätzlich noch ein DGNB Zertifikat in Platin, auf Grundlage der neuesten Version des DGNB Systems für Gebäude im Betrieb.

Unter www.dgnb.de/klimapositiv gibt es weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten sowie eine nähere Beschreibung, mit welchen Konzepten, Maßnahmen und Technologien ein klimapositiver Betrieb jeweils ermöglicht wurde.

www.dgnb.de/klimapositiv

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