Ab 23. Mai 2026 im Vitra Schaudepot

Verner Panton. Form, Farbe, Raum

Der s-förmige Panton Chair in all seinen poppigen Farben verhalf ihm zum Durchbruch und machte ihn international bekannt: Verner Panton (1926-1998) hat das Design der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt. Zum 100. Geburtstag des dänischen Designers und Architekten widmet das Vitra Design Museum ihm eine umfassende Retrospektive. Sie ist vom 23. Mai 2026 – 9. Mai 2027 im im Vitra Schaudepot zu sehen.

Marianne Panton auf dem Panton Chair, ca. 1970
Foto: Louis Schnakenburg, Kopenhagen, © Verner Panton Design AG

Marianne Panton auf dem Panton Chair, ca. 1970
Foto: Louis Schnakenburg, Kopenhagen, © Verner Panton Design AG
Die Ausstellung „Verner Panton. Form, Farbe, Raum“ beleuchtet Pantons Werk in seiner ganzen Breite: von ikonischen Entwürfen wie dem Panton Chair, dem Cone Chair oder der Flowerpot-Leuchte über visionäre Wohnlandschaften bis hin zu selten gezeigten Möbeln und Architekturprojekten, wie das Museum mitteilt. Eine begehbare Rekonstruktion der Fantasy Landscape (1970, Edition 1/8) mache Pantons Raumverständnis erfahrbar und lade dazu ein, in seine skulpturalen, farbintensiven Welten einzutauchen.

Fantasy Landscape von Verner Panton auf der Ausstellung Visiona II, Möbelmesse Köln, 1970
Foto: Verner Panton Design AG

Fantasy Landscape von Verner Panton auf der Ausstellung Visiona II, Möbelmesse Köln, 1970
Foto: Verner Panton Design AG
Als Absolvent der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen war Verner Panton eigentlich in der Tradition des dänischen Möbeldesigns verwurzelt und sammelte erste Berufserfahrung im Büro des bekannten Architekten Arne Jacobsen. Doch schon früh orientierte er sich in eine andere Richtung: Ab Ende der 1950er Jahre entwickelte Panton radikal neue Raumkonzepte, in denen Farbe, Textilien und Licht eine tragende Rolle spielten. Mit Schaukeln und Wohntürmen erfand er spielerische Formen der Raumnutzung, mit Licht und geschickt eingesetzten Farbskalen modulierte er Stimmung und Charakter seiner Interieurs.

Verner Panton, Modelle für Cone Chairs und Tische, 1958
Foto: Vitra Design Museum, Andreas Sütterlin, © Verner Panton Design AG

Verner Panton, Modelle für Cone Chairs und Tische, 1958
Foto: Vitra Design Museum, Andreas Sütterlin, © Verner Panton Design AG
Diese Wohnwelten sollten das Lebensgefühl der Nachkriegsjahre widerspiegeln, doch gleichzeitig verfügte Panton über die Präzision eines Industriedesigners. Bestes Beispiel dafür ist der Panton Chair, dessen Grundidee der Designer schon Mitte der 1950er Jahre entwickelte und später mit der Firma Vitra zur Serienreife brachte. Als erster hinterbeinloser Stuhl aus einem Stück Kunststoff sorgte der Panton Chair 1967 international für Aufsehen.

Für die Ausstellung Visiona II schuf Panton eine seiner bekanntesten Installationen, die organisch geformte Fantasy Landscape (1970). Sie entstand im Auftrag der Firma Bayer und sollte die Möglichkeiten neuer Synthetikstoffe demonstrieren. Panton nutzte die neuen Materialien so, dass mit der Visiona II ein Gesamtkunstwerk entstand, welches die Möglichkeiten des Wohnens radikal neu dachte und heute als Meilenstein des modernen Designs gilt.

Die chronologisch gegliederte Ausstellung zeigt, wie systematisch Verner Panton seine gestalterischen Vorstellungen verfolgte. Schon die ersten Interieurs in den 1950er Jahren waren farbenfrohe Statements, mit denen er sich von den skandinavischen Designtraditionen emanzipierte. Pantons Zusammenarbeit mit der Firma Plus‑linje führte zu den ersten international bekannten Sitzmöbeln wie dem tütenförmigen Cone Chair. In den 1960er und 1970er Jahren bildeten sich mehrere Schaffensbereiche heraus, darunter Wohnlandschaften und private Interieurs, modulare Möbelsysteme, Textilien, Leuchten und experimentelle Architekturen. Mit Projekten wie dem Panton Chair wurde der Designer international bekannt, es folgten Großaufträge wie die Visiona-Ausstellungen (1968 und 1970), die Einrichtung des Spiegel-Verlagshauses in Hamburg (1969) oder das Restaurant Varna (1971) in Aarhus. Das Spätwerk der 1980er und 1990er Jahre verdeutlicht, wie er seine Formensprache weiterentwickelte, seinen Grundthemen wie Farbe und einem spielerischen Gestaltungsansatz aber weiterhin treu blieb.

Verner Panton, 1993
Foto: Verner Panton Design AG

Verner Panton, 1993
Foto: Verner Panton Design AG
Eingebettet sind die Exponate in eine Ausstellungsarchitektur, die Pantons immersive Räume zitiert – ein farbiges Band durchzieht das gesamte Schaudepot und versetzt die Gäste selbst in eine Panton-Welt aus abgestuften Farbskalen. Alle Objekte stammen aus dem Panton-Archiv im Vitra Design Museum, welches nach eigener Aussage Möbel, Prototypen, Modelle sowie mehr als 40.000 Dokumente umfasst, darunter über 20.000 Pläne und Zeichnungen. Erstmals ausführlicher werde Pantons unrealisiertes architektonisches Werk gezeigt. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG, die sämtliche Rechte am Werk Pantons hält.

Verner Panton. Form, Farbe, Raum

Ausstellung: 23.05.2026-09.05.2027

Ort: Vitra Design Museum, Charles-Eames-Straße 2, 79576 Weil am Rhein

Öffnungszeiten: Täglich, 10-18 Uhr

www.design-museum.de