Auftaktausstellung bis 26.07. in Berlin

Einmal um den Ring

Zum Start der IBA Berlin 2034-37

Endlich ist sie da. Die lang erwartete Internationale Bauausstellung Berlin 2034-37 wurde am 30. Juni eröffnet. Bausenator Christian Gaebler (SPD), die Projektbeteiligten und die Kuratorinnen Dr. Harald Bodenschatz und Dr. Cordelia Polinna haben das Thema für diese nächste IBA angekündigt: „Ring frei“.

Herzstück der Ausstellung ist das städtebauliche Modell "Zentrumsbereich Ost-Berlin", erstellt für die DDR-Bauausstellung 1987
Foto: Till Budde

Herzstück der Ausstellung ist das städtebauliche Modell "Zentrumsbereich Ost-Berlin", erstellt für die DDR-Bauausstellung 1987
Foto: Till Budde
Unter diesem Motto soll der innerstädtische S-Bahn-Ring Berlins, der zugleich Grenze und Infrastruktur ist, „Schwerpunkt, aber nicht ausschließlicher Planungsraum“ (Bodenschatz/Polinna) der Bauausstellung werden. Themen wie „Innenstadt“, „Außenstadt“, „Urbane Schnittstellen“ und „Ausfallstraßen“ stehen im Vordergrund. Diese IBA soll durch Grenzen, Übergangsräume und das Brückenbauen im übertragenen Sinne charakterisiert sein. Es ist also vieles, ja, alles, möglich. Das Konzept ist durchaus in sich schlüssig aber eher vom traditionellen Städtebau inspiriert. Seit 1996 steht eine Bauausstellung in Berlin im Raum. Nach Versuchen einer „IBA Radikal Radial“ (2010), einer „IBA Berlin-Brandenburg 2020-2030“ (2020) oder einer „IBA Klima“ (2021), haben Senat und Kuratorium letztendlich das Thematische durch das Formale ersetzt, aber Klarheit über gestalterische Intentionen wurden kaum vermittelt. Die Planung der Ausstellung übernimmt eine neu gegründete IBA GmbH. Die Finanzierung ist eine Kombination aus öffentlichen Mitteln sowie privaten Investitionen. Es wird also von den beteiligten Planungsbüros und den Investorinnen abhängen, ob sie gute, nachhaltige Ergebnisse erzielen wollen.

Die Auftaktausstellung bündelt die inhaltlichen Leitlinien, thematischen Schwerpunkte und räumlichen Perspektiven der IBA Berlin 2034–37
Foto: Till Budde

Die Auftaktausstellung bündelt die inhaltlichen Leitlinien, thematischen Schwerpunkte und räumlichen Perspektiven der IBA Berlin 2034–37
Foto: Till Budde

Beim Eröffnungsevent wurde erneut deutlich, dass die IBA ein politisches Ereignis ist. So wundert es nicht, dass das Thema unmittelbar vor der Senatswahl am 20. September beschlossen und, wie der Eröffnungsredner Dr. Christian von Oppen sagte, „innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt wurde“. Somit ist zwar das Kriterium des politischen Rahmens erfüllt, jedoch nicht des inhaltlichen. Was eine neue Regierung in Berlin daraus machen wird, ist genauso offen, wie das Wahlergebnis selbst. Aber vielleicht sind die Erwartungen, die ein solches Event weckt, zu hoch. Grandios war bei der Eröffnung zumindest der Ort: Der Hangar 7 am ehemaligen Flughafen Tempelhof beeindruckt nach wie vor – trotz seiner schwierigen Geschichte. Ob es den neuen Architekturen im Jahr 2037 auch gelingen wird, bleibt abzuwarten. Jetzt startet die Experimentierphase, 2030 folgt die Projektphase. Ab 2032 soll gebaut werden. Nun also: Ring frei!

Die Ausstellung findet in der "Alten Feuerwache" am ehemaligen Tempelhofer Flughafen statt. Hier der angrenzende Hangar 7 zum Anlass der Ausstellungseröffnung
Foto: Till Budde

Die Ausstellung findet in der "Alten Feuerwache" am ehemaligen Tempelhofer Flughafen statt. Hier der angrenzende Hangar 7 zum Anlass der Ausstellungseröffnung
Foto: Till Budde

Die Auftaktausstellung ist noch bis 26.07. in der "Alten Feuerwache" im Kopfbau-West des Flughafens Tempelhof, Tempelhofer Damm 45, 12101 Berlin zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr.