"Kiss the sky", oder was hat Jimmy Hendrix mit Mozart zu tun!?

Coop Himmelb(l)au präsentiert Entwurf des 'Pavillon 21 Mini Opera Space' in München

Die Aufgabe, einen mobilen temporären Pavillon für 300 Operngäste zu entwickeln, geriet zu einem der kleinsten und gleichzeitig spannendsten Projekt von Coop Himmelb(l)au. Der mit einer multifunktionalen Bühne für die Münchener Opernfestspiele 2010 ausgestattete Pavillon ist als vielfach bespielbarer Raum nutzbar.

Es besteht ein Widerspruch zwischen den Anforderungen der Mobilität und den akustischen Ansprüchen: mobile Leichtbauweisen eignen sich eigentlich nicht für akustische Räume, die nach Masse und Gewicht verlangen. Wie bei den drei Opern- und Konzerthallen, die Coop Himmelb(l)au derzeit in China, Dänemark und Spanien plant und baut, werden auch bei dem Mini Opera Space die Anforderungen der Raumakustik durch gekippte Wände und Oberflächenvergrößerung erfüllt. Um die inneren akustischen Bedingungen zu verbessern, wurden die Lärmquellen des Außenraums so weit wie möglich verringert. Der Pavillon mit 21 m Länge, 17 m Breite und einer variablen Höhe von 6 bis 8 m wird so am Marstallplatz im Stadtzentrum in München platziert, dass er in Bezug auf den Schall der vorüber fahrenden Autos nicht als Soundbarriere, sondern als Soundreflektor wirkt.

Dank neuer digitaler Entwurfsmethoden konnte die Idee einer Oberflächenvergrößerung realisierbar umgesetzt werden und zwar in Form von zerlegbaren Aluminiumpyramiden. Diese wurden durch die Überlagerung der Tonfrequenzen aus Jimi Hendrix „…’Scuse me while I kiss the sky...“ und der Mozart-Oper „Don Giovanni“ parametrisch generiert. Die Formen wirken teilweise als Schallreflektoren, teilweise als Schallreduktoren. Durch die Anordnung dieser Elemente entsteht ein zeichenhaftes Gebäude, das der Maxime von Coop Himmelb(l)au folgt, Idee, Form und Inhalt synergetisch zu verbinden.

Internet: www.coophimmelblau.at

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