Beispiele für zeitgemäßes Planen und Bauen
141 Projekte beim Tag der Architektur in NRW 20.04.2026Hinter die Fassaden aktueller Bauwerke zu blicken und sich für eigene Projekte inspirieren zu lassen – diese Gelegenheit bietet der „Tag der Architektur“ in Nordrhein-Westfalen. Am 27./28. Juni öffnen landesweit 141 Wohnhäuser, Quartiere, Gärten und Grünanlagen in 76 Städten und Gemeinden für Besucherinnen und Besucher ihre Türen.
In Nordrhein-Westfalen reicht die Bandbreite der teilnehmenden Projekte in diesem Jahr von Wohnungen in einer alten Scheune bis zum universitären Forschungszentrum, vom neuen Wohnkomplex auf einer ehemaligen Brachfläche bis zu einem Campus für Digitalisierung, KI und Innovation. „Was mich an den 141 Projekten dieses Jahrgangs besonders freut: Die Mehrzahl sind keine Neubauten, sondern entwickeln den Gebäudebestand weiter“, sagt Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer NRW. Auf diese Weise werde Graue Energie, die in bestehenden Gebäuden gespeichert sei, genutzt. „Qualitäten erhalten statt abreißen: Das sind die Antworten unseres Berufsstands auf die Herausforderungen unserer Zeit“, unterstreicht die frisch gewählte Präsidentin der größten deutschen Architektenkammer.
Nachhaltigkeit sei weiterhin das große Thema, was nicht zuletzt dazu führe, dass zahlreiche Projekte zur Umnutzung, Sanierungen und Weiterentwicklungen im Bestand präsentiert werden. Ein Beispiel für eine nachhaltige Revitalisierung sei das LYGHT, ein zwölfgeschossiges Bürohochhaus im Düsseldorfer Norden, das vom Kölner Büro caspar.schmitzmorkramer nach Green-Building-Kriterien neu konzipiert wurde.
LYGHT, Düsseldorf, Architektur: caspar.schmitzmorkramer gmbh, Köln
Foto: HGEsch/caspar
Der gesellschaftliche Trend „Von der Stadt aufs Land“ lasse sich an der zunehmenden Zahl der teilnehmenden Bauten im ländlichen Raum ablesen, wie die AK NRW mitteilt. Ein Projekt wie das „Atelier für Architekturfotografie“ von HG Esch in Hennef (Nebel Pössl Architekten, Köln) stehe in vorbildlicher Weise dafür, wie auf dem Lande regionaltypisch gebaut und damit zum Erhalt der regionalen Baukultur beigetragen werden kann.
The Cradle, Düsseldorf, Architektur: HPP Architekten GmbH, Düsseldorf
Foto: Ralph Richter
Einen auffallend breiten Raum unter den zu besichtigenden Bauten nehmen in diesem Jahr in NRW insbesondere Bildungsbauen ein, wie beispielsweise das Forschungsgebäude Caledo an der TU Dortmund (Gerber Architekten, Dortmund). Auch Umnutzungen von Kirchen sind gleich an mehreren Orten zu sehen. Beim Projekt „Thomas Morus“ in Leverkusen wurde vom Büro Kollbach Bansi Architekten die denkmalgeschützte ehemalige Thomas Morus-Kirche in eine soziale Wohneinrichtung mit 15 Apartments für ehemals wohnungslose Menschen umgewandelt.
Kreativ-Campus im Hinterhof, Düsseldorf, Architektur: KÜSSDENFROSCH Häuserwachküssgesellschaft mbH, Düsseldorf
Foto: KÜSSDENFROSCH
Aktuelle Entwicklungen im Hinblick auf Klimaresilienz repräsentieren die Projekte der Landschaftsarchitektur, die in diesem Jahr zu besichtigen sind - Gartengestaltungen, Quartiersbegrünungen und städtische Grünzonen. Der im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027 realisierte Klimagarten in Schwerte (Förder Landschaftsarchitekten, Essen) mit dem „gebauten Experiment“ eines Klimapavillons (New GbR Architekten / Jutta Albus Architektur, Köln) habe zudem einen didaktischen Anspruch: Das Konzept setzt auf Umweltbildung durch niederschwellige und praktische Erfahrbarkeit klimarelevanter Themen.
Hintergrund
Der „Tag der Architektur“ hat sich bundesweit als Architekturevent vor den Sommerferien fest etabliert. Planende der Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur sowie der Stadtplanung stehen vor Ort gemeinsam mit ihren Auftraggebern für Fragen zur Verfügung. Vorgestellt werden in NRW Bauten, die in den vergangenen fünf Jahren realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren. Alle Objekte werden ab Mitte Mai über eine Internet-Datenbank mit Fotos und Kurzbeschreibungen unter www.aknw.de abrufbar sein. Hier können auch die genauen Öffnungszeiten der Bauwerke nachgeschlagen werden.
Der Katalog liegt ab Mitte Mai vor und kann schon jetzt vorbestellt werden unter Tel. (0211) 49 67-12 bzw. per Mail an .
