Zu perfekt für perfekt?

Selten erschien mir eine Büromonografie derart perfekt, das sie die darin dokumentierte Arbeit noch übertraf; was nicht sein kann, es sei denn, alles wäre „geschönt“. Was im vorliegenden Fall eher nicht ist, die klaren, die glasklaren Projekte von Penzel Valier kann man wohl nicht besser ins Licht stellen, als sie tatsächlich sind.

Nun haben es die Büropartner und viele weitere im Team und von außerhalb unternommen, sämtliche Arbeiten einmal anzuschauen, wobei tatsächlich es nur eine paar sind, die als Protagonisten, als Prototypen für dieses oder jenes andere stehen sollen. Aber nicht einfach dokumentierte werden diese Verkehrs-, Industrie- oder auch Wohnbauten, anhand ihrer selbst gehen die Architekten/Ingenieure wie sie es nennen „Analogien“, sechs sind es mit deutlichem Ingenieursschwerpunkt. Analogien zu Achitekturen anderer, zum eigenen gebauten Werk aber auch zum Denken über das richtige, angemessene und subtil elegante Bauen.

Wir sehen das Fertige, wir sehen, wie es wird: geschweißt, betoniert, verschraubt, gerechnet … Handskizzen keine, aber Detailpläne wie überhaupt sehr viele (technische) Zeichnungen.

Die Fotografie ist perfekt, weil sie sich komplett auf die fotografierte Architektur eingelassen hat. Die Bildsprache ist klassisch, fast schon zu sehr perfekt, um Fragen aufkommen zu lassen (nach den Unmengen verbauten Betons, der hochgerüsteten, erfndungsreichen Konstruktion, aufwändigster Technik etc.). Dem offenbaren hohen Anspruch folgend, haben die Architekten/Ingenieure sechs Kollegen eingeladen, ihre Sicht auf die Dinge in kurzen Essays zu formulieren. Dass diese der Arbeit des Büros sämtlich freundlich zugewandt sind, ist verständlich, manchmal wird die Außensicht dann auch zur Seelenmassage der Herausgeberschaft.

Dass das Buch unglaublich schwer ist erscheint mir der einzige Nachteil und ja: Am Ende ist das Auge etwas müde angesichts einer Perfektioin, die hier auf die Spitze getrieben wurde, auch bezogen auf Typografie, Satz und Druck … Dass das vergleichsweise so günstig geht, liegt eventuell am großzügigen Buchproduktionsetat … denn eine solche Arbeit macht man vielleicht zweimal in einer Bürogeschichte. Mit ausführlicher Werkchronologie. Be. K.

Penzel Valier. Architektur, Konstruktion, Design 2007–2024. Hrsg. v. L. Daum, Chr. Penzel, F. Tellbüscher, M. Valier. Park Books, Zürich 2026, 608 S., 671 Farb. u. 1078 sw-Abb.
73 €, ISBN 978-3-03860-366-5

Penzel Valier. Architektur, Konstruktion, Design 2007–2024. Hrsg. v. L. Daum, Chr. Penzel, F. Tellbüscher, M. Valier. Park Books, Zürich 2026, 608 S., 671 Farb. u. 1078 sw-Abb.

73 €, ISBN 978-3-03860-366-5

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