Praemium Imperiale verliehen
Die Wurzeln des Praemium Imperiale, des großen japanischen Kunstpreises, reichen ins 19. Jahrhundert zurück: Der Preis sollte die über Jahrhunderte hermetisch geschützte Kultur Japans fördern und zugleich gegen westliche Kultureinflüsse verteidigen. Längst hat er sich aber derart international fokussiert, dass japanisches Kulturleben – das längst durchdrungen ist von westlichen Einflüssen – als eine Betrachtungsebene im globalen Kontext angeschaut wird.
Auch sind die Kategorien erweitert, spezifiziert. Der Praemium Imperiale – unter kaiserlicher Schirmherrschaft – wird mittlerweile in fünf Kategorien vergeben. Zeitgleich in Berlin, Paris, Rom, London, New York und Tokio der Presse bekanntgegeben, sind die fünf Preisträger in der Kategorie Musik der Dirigent Herbert Blomstedt aus Schweden, in der Kategorie Theater/Film die australische Schauspielerin Cate Blanchett, in der Kategorie Malerei die US-amerikanische Künstlerin Jenny Holzer, in der Kategorie Skulptur der Brite Andy Goldsworthy und in der Kategorie Architektur der in New York und Berlin lebende Daniel Libeskind, mit dem wir anlässlich seines 80. Geburtstag ein längeres Gespräch führten (nachzulesen in der vergangenen Heftausgabe).
Der Preis ist mit jeweils ca. 86 000 € dotiert. Unter den Architekten erhielten ihn u. a. Ieoh Ming Pei, James Stirling, Gae Aulenti, Frank O. Gehry, Kenzo Tange, Charles Correa, Renzo Piano, Frei Otto, Peter Zumthor, David Chipperfield, Steven Holl oder Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa (SANAA). Der hohe Deckungsgrad der Preisträgerinnen des Praemium Imperiale mit dem des Pritzker Preises ist wohl nicht erstaunlich; Daniel Libeskind ist hier eher die Ausnahme. Seiner Vorstellung von wirklicher Anerkennung allerdings dürfte der Kulturpreis made in Japan ohnehin näher kommen. Gratulation allen! Be. K.
www.praemiumimperiale.org/en
