Pflegeeinrichtung, Hamburg

Mit Haus Linde ist in Hamburg-Wilhelmsburg eine Pflegeeinrichtung entstanden, die auf die Betreuung von Menschen mit Demenz oder dem Korsakow-Syndrom spezialisiert ist. Gemeinsam mit der Seniorenpflegeeinrichtung Wilhelmsburg bildet Haus Linde ein neues Pflegeensemble, das die Versorgung im Stadtteil bündelt. Der Entwurf stammt von Tchoban Voss Architekten, ab Leis­tungsphase 5 übernahm pde Integrale Planung. Der vier- und fünfgeschossige Baukörper umschließt mit seiner U-förmigen Gebäudestruktur einen begrünten Innenhof und ist mit einer Klinkerfassade bekleidet. Mit 158 Plätzen für die Gerontopsychiatrie bietet das Haus das größte Angebot dieser Art in Hamburg.

Die Wohnbereiche gliedern sich in offene und geschlossene Gruppen mit jeweils eigener Erschließung. Therapie- und Rückzugsräume sowie eine Werkstatt und Sporträume ergänzen das räumliche Angebot. Küchen und Terrassen stehen auf jeder Etage zur Verfügung. Für Menschen mit Demenz oder Korsakow-Syndrom sind Tageslicht und frische Luft besonders wichtig – zugleich ist der Zugang zum Freien mit Herausforderungen verbunden: Orientierungslosigkeit, ein gemindertes Gefahrenbewusstsein und, bei einem Teil der Bewohnenden, ein richterlicher Unterbringungsbeschluss verlangen besondere bauliche Lösungen. In Haus Linde kommen deshalb verglaste Balkone von Solarlux zum Einsatz. Sie schaffen wettergeschützte Freisitze mit viel Tageslicht und Weitblick, ohne dass sich die Bewohnenden selbst gefährden können.

Insgesamt acht Balkonanlagen mit je acht Glaselementen wurden mit dem Solarlux Schiebe-Dreh-System Proline T realisiert. Kombiniert wurde es mit dem Brüstungssystem SL Plus und dem werkseitig vormontierten Fassadensystem SL Modular. Die vollständig verglasten Balkonfronten bieten freie Sicht nach draußen und erleichtern durch ihre Transparenz dem Pflegepersonal die Einsehbarkeit. Für die Absturzsicherheit sorgt im Brüstungsbereich eine Verglasung mit Verbundsicherheitsglas. Alle Aluminiumprofile sind in der Oberfläche C32 pulverbeschichtet. Der hochwetterfeste Farbton in Hellbronze-Eloxal-Optik fügt sich in die helle Fassade ein. Die abschließbaren Glas-Schiebe-Dreh-Systeme von Solarlux können von den Bewohnern nicht selbständig geöffnet werden. Das Öffnen ist nur Mitarbeitenden möglich. Damit die Balkone trotz der geschlossenen Verglasung zuverlässig mit Frischluft versorgt sind, wurden die Balkonseiten mit Streckmetall ausgebildet. Als fester Bestandteil der Modular-Fassade ermöglicht das durchlässige Material den kontinuierlichen Luft­aus­tausch und lässt zugleich Ein- und Ausblicke zu.

Projektdaten

Architektur: Tchoban Voss Architekten, www.tchobanvoss.de

Fertigstellung: 2025

Hersteller: Solarlux, www.solarlux.com

Produkt: Balkonverglasungen mit je 8 Flügeln vom System Proline T (Schiebe-Dreh-System, Frontverglasung), Brüstungssystem SL Plus (Front), SL Modular kalt mit Streckmetall (Seiten), Oberfläche C32 pulverbeschichtet, Farbton Tiger Drylac 068/15235

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 02/2012

Viel in Bewegung Haus der Jugend, Hamburg-Wilhelmsburg

Ein Basketballplatz, eine Kletterwand, ein Fitnessraum, eine Skaterbahn und noch viel mehr bietet das neue Haus in Hamburg. Kompakt musste es sein, aber auch vielen unterschiedlichen Funktionen...

mehr
Ausgabe 11/2010

Model Home 2020 LichtAktiv Haus wird am 19. November 2010 eröffnet

Mit dem Projekt Model Home 2020 sucht Velux neue Wege, um ein Maximum an Wohnwert mit intelligentem Energiedesign zu verbinden. Hierzu entwickelt das Unternehmen mit seinen Projektpartnern an...

mehr
Ausgabe 01-02/2024

Kreislaufwirtschaft?

Die Diskussion um die Einführung des §?246e BauGB, der, so der Bund, zusätzliche Investitionen in den Bau von bezahlbarem und klimagerechtem Wohnraum und zur wirtschaftlichen Stabilisierung der...

mehr
Ausgabe 03/2022 Dezent repräsentativ

Haller Haus, Hamburg

Das Haller Haus am Hamburger Jungfernstieg wurde 1899 von dem Architekten Martin Haller seinerzeit für die Dresdner Bank gebaut. In prominenter Lage an der Binnenalster, nahe dem Rathaus und dem...

mehr
Ausgabe 10/2016

10 Jahre IBA Hamburg – ein Rück- und ein Ausblick www.iba-hamburg.de

Am 1. September 2006 nahm die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg ihre Arbeit in einem kleinen Büro der damaligen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt auf. Ziel war die urbane,...

mehr