Überraschende Sicht

Architektur ist ohne Ideologie nicht denkbar. Der Autor der hier vorliegenden historischen Analyse von zeitgenössischen Texten und Quellen – er selbst bezeichnet das als Montage(Arbeit) – untersucht unter dem von ihm eingeführten Begriff der „Nationalen Bautradition“ die ideologische Folie der baulichen Entwicklungen in der jungen DDR.

Dabei überrascht er mit der Feststellung, dass nicht das Erbe der beispielsweise durch das Bauhaus geprägten Moderne den Ton angab, sondern vielmehr der Historismus des 19. Jahrhunderts. Bis zum Tode Stalins gab die Sowjetunion die bauideologischen Parolen aus, ab 1954 herrschte das eigentlich Erwartbare, nämlich Funktionalismus und Avantgarde einer Neuen Internationale.

Damit führt die Arbeit zu einem tieferen Verständnis der Entstehungsgeschichte der baulichen Zeugnisse aus der DDR-Frühzeit, deren (scheinbar?) bourgeoiser Geruch schon immer irritiert hat. Be. K.

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