Buchrezension: Rudolf Kohoutek, Wiener Grund

Eine Untersuchung zu den Ingredienzien der Stadt und des Städtischen

Rudolf Kohoutek kann wohl beides: schreiben und schauen. Und dann das Ganze auch noch auf Buchseiten so komprimieren, das sowohl das Lesen wie das Anschauen zur abwechslungsreichen und – weil wenig so bisher gemacht – spannenden Reise durch seine Stadt Wien geworden ist. „Die Ästhetik des anonymen Wien ist noch nicht geschrieben“ schreibt der Autor und das mutet eigenartig an, ist er selbst doch gerade dabei. Seine Texte, seine Fotografien, die den „ästhetischen Mehrwert des Verfalls“ zelebrieren sind eine Schau auf das, was zurückgeblieben ist hinter allen Meldungen in den Medien, sind ein das alltägliche Sehen schärfendes Werkzeug, das nicht bloß in Wien wirksam wäre. Beeindruckend. Be. K.

Rudolf Kohoutek, Wiener Grund. Vermessung einer Liebe zur Stadt. Ambitionen, Grenzüberschreitungen, Erwartungen: eine Untersuchung zu den Ingredienzien der Stadt und des Städtischen. Park Books, Zürich 2017, 224 S., 389 Farbabb.
38 €, ISBN 978-3-03860-031-2

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