Springer will internationale Avantgarde

Axel Springer baut um. Nicht der Axel, der Mathias, der Dr. Döpfner. Trennt sich von traditionellen Druckerzeugnissen, möchte das führende digitale Medienunternehmen sein. Im Print läuft es nicht mehr so gut, auch bei Springers nicht. Also lobte Mitte des Jahres 2013 die AG einen Planungswettbewerb aus. Für einen neuen Medien Campus direkt hinter der Zentrale. Zwanzig Büros waren eingeladen, „sowohl etablierte internationale Archi­tektenbüros als auch Avantgarde-Architekten“ (Döpfner). Der Campus – nach Döpfner aber eher ein Haus – soll „nicht nur überwältigend schön sein, sondern auch der Frage nachgehen: Was bedeutet Materie in einer entmaterialisierten Medienökonomie?“ Weniger Redakteure, zum Beispiel?! Ende September gab der Konzern die fünf Büros bekannt von denen eines dann das Projekt mit „Schlüsselrolle für die digitale Transformation“ des Unternehmens planen wird: B.I.G., OMA, Kuehn Malvezzi, SANAA und Ole Scheeren. Im Dezember fällt die Entscheidung.

Dass die taz, dem Springerkonzern nicht bloß räumlich diametral gegenüber, aktuell ihren Umzug an die Friedrichstraße plant, hat mit den Springer-Plänen nichts zu tun. Die taz leidet eher unter Raumproblemen und weniger unter Vertriebseinbrüchen im Print. Überwältigend schön? Wie wäre es denn ausnahmsweise mal mit journalistisch anspruchsvoll? Keine Architektenaufgabe, schade! Be. K.

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