Raum-/Zeit-Transformer
Der Pavillon in Seoul ist ein architektonisches Statement vom OMA

Die Mode ist – und man mag angesichts der aktuellen internationalen Laufsteginszenierungen daran zweifeln – noch immer die künstlerische Kategorie, die den prägendsten Einfluss auf die Avantgarde der anderen kreativen Disziplinen hat, die Architektur eingeschlossen. Um letzteres vor Augen zu haben muss man nicht erst bis zur wortwörtlich so genannten „Bekleidungstheorie“ Sempers zurückschauen. Herzog & de Meuron, Frank Gehry, Erick van Egeraat oder Graft, sie und viele weitere arbeiten an Entwürfen, die zeitgemäß sind, ohne Anspruch auf zeitloses Überdauern. OMA/AMO, in persona Rem

Koolhaas hatte in der Vergangenheit umstrittene weil hochkommerzielle Architekturen für Prada abgeliefert, im April 2009 legte er für den Modekonzern noch einmal nach.

Jetzt allerdings ist der „Prada Transformer“ genannte Pavillonbau in der Südkoreanischen Hauptstadt Seoul deutlich mehr als nur ein schicker Ort der Warenpräsentation. Eine Stahl­konstruktion in Form eines regelmäßigen Tetraeder wurde mit transluzentem Stoff über­zogen. Jeder der vier Dreiecksflächen wurden vier Grundformen eingeschrieben: ein Kreuz, ein Quadrat, ein Kreis und ein Hexagon. Welche dieser Nutzflächen auf dem Boden liegt – und damit die drei anderen als Projektions- oder Technikflächen definiert – wird von dem Programm gesteuert, welches der „Transformer“ gerade zu leisten hat: Ausstellungsraum, Kino, Vortragssaal, Festzelt, mittels vier Kränen wird der Leichtbau passend aufgestellt.

Die Wandlungsfähigkeit des Pavillons einerseits wie auch seine ideografisch konsequente Realisierung machen ihn zu einem architektonischen Statement, das weit über alles Modische hinausgeht … wenn man denn immer noch Mode mit Wiederholung und Kurzlebigkeit gleichsetzen möchte. Be. K.

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