MVRDV bauen Comic-Museum in China
www.mvrdv.nl, www.youtube.com/watch?v=G8L4bTxw6ic

Die Bilder sind aber auch zu schön: Eierförmige Gebilde auf moosgrüner Seenlandschaft, sämtlich überzogen von feinem Reliefgespinst und farbig von innen leuch­tend und außen Textfluss, vielleicht Gedichte von Rimbaud oder ein Dialog aus einem Bandes dessinées von Jacques Tardi?! Aber nein, wir sind nicht in Frankreich, das irgendwie für sich reklamieren kann den Comic in höhere Kulturhöhen entwickelt zu haben, wir sind in China. Genauer, in Hangzhou, einer Großstadt mit 6, 4 Mio. Einwohnern, 180 km südwestlich von Shanghai. Die veranstaltet seit nunmehr sechs Jahren das größte Comic- und Animationsfestival in China, Erfolg und damit Größe der Veranstaltung steigend.

Grund genug für die Stadt, Sponsoren und Festivalunterneh­mer, dem Comic einen Tempel, ein Museum bauen zu lassen. Es gab einen internationalen Wettbewerb, den jetzt das in Rotterdam ansässige Büro MVRDV gewonnen hat. Ab 2012 soll mit der Realisierung des Chinesischen Museums für Comic und Animation (CCAM) begonnen werden. MVRDV gewann den Wettbewerb mit einem Entwurf, der sich auf die in der Comic-Literatur verbreiteten Sprechblase bezieht: Acht Blasen formen einen Ausstellungskomplex mit insgesamt 30 000 m² Nutzfläche. Hinzu kommen verschiedene Parks, ein öffentlicher Platz sowie ein zusätzlicher Showroom mit 13 000 m² Nutzfläche. Kosten wird das Ganze rund 92 Mio. €.

Die acht Blasen (oder Ballons?) sind untereinander verbunden, man durchwandert sie über einen inneren Rundweg vorbei an Ausstellungen und Services, Kinos und Restaurants. Die Reliefhaut wurde mit dem Grafikdesigner JongeMeesters, Amsterdam, entwickelt. Be. K.

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