Internationaler Hochhaus Preis 2016 geht nach New York/USwww.international-highrise-award.com

Das Wohnhochhaus „VIA 57 West“ in New York gewinnt den mit 50 000 € dotierten Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus. Der Architekt Bjarke Ingels (BIG – Bjarke Ingels Group) und Bauherr Douglas Durst (The Durst Organization) nahmen die Preisstatuette und das Preisgeld im Rahmen des Festaktes in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Die Jury des Internationalen Hochhauspreises 2016 vergab eine besondere Anerkennung an das Housing & Development Board (HDB) von Singapur für seine Vorbildfunktion als öffentlicher Träger, der innovative, nachhaltige Hochhäuser für kommunale Wohnprojekte realisiert.

Die Planungsbedingungen im sehr heterogenen Hell’s Kitchen waren für das „VIA 57 West“ höchst anspruchsvoll: Im Westen trennt eine mehrspurige Autobahn das Grundstück vom Hudson River, im Norden steht ein historistisch verkleidetes Elektrizitätswerk, im Süden lärmt und riecht ein neugebautes Müllsortierzentrum und im Osten thront ein blauverglaster Durchschnittswohnturm, dessen Sicht auf den Hudson River möglichst nicht gestört werden durfte. Dem begegneten BIG – Bjarke Ingels Group mit dem neuartigen Konzept eines „Courtscrapers“. Abgewandt von der nordöstlichen Bebauung orientiert sich der Hybrid aus amerikanischem Hochhaus und europäischer Blockrandbebauung zu einem begrünten Innenhof. In der Dachfläche integrierte Terrassen gewähren geschützte Aussichten auf den Hudson River im Westen. Fast alle der 709 Wohnungen genießen den Fluss- und Sonnenuntergangsblick – was bei einer normalen Blockbebauung geometrisch unmöglich gewesen wäre. Dieser skulpturale Prototyp ist damit eine Oase in der lauten Großstadt, ohne sich dabei vor ihr zu verschließen. Das Projekt wurde von der Durst Organization entwickelt, ein Immobilienunternehmen, das seit seiner Gründung 1915 in Familienhand ist und inzwischen in dritter Generation geführt wird.

Aus ca. 1 500 Hochhäusern, die innerhalb der letzten zwei Jahre weltweit fertiggestellt wurden, hat das Deutsche Architekturmuseum DAM 30 herausragende Gebäude aus 14 Ländern nominiert. Eine internationale Expertenjury aus Architekten, Tragwerksplanern und Immobilienspezialisten wählte daraus fünf Finalisten. Der Internationale Hochhaus Preis (IHP) wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main ausgelobt. Initiiert wurde der IHP 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt, dem DAM und der DekaBank, von den beiden letzteren wird er finanziert. Im Jahr 2016 wird er zum siebten Mal verliehen. Entscheidende Kriterien für einen Wettbewerbserfolg sind, dass das Gebäude Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbindet. Der IHP richtet sich an Architekten und Bauherrn, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch ist und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurde. 2014 ging der Preis an den „Bosco Verticale“ in Mailand (Architekt: Stefano Boeri Architetti).

Während der Preisverleihung erhielten auch die übrigen Finalisten  ihre Ehrungen: Four World Trade Center (New York/USA) von Maki & Associates, Tokio/Japan, 432 Park Avenue (New York/USA) von Viñoly, New York/USA, SkyHabitat (Singapur) von Safdie Architects, Boston/USA und SkyVille@Dawson (Singapur) von WOHA Architects, Singapur.

Das DAM zeigt alle 30 nominierten Projekte in der Ausstellung „Best Highrises 2016/2017 – Internationaler Hochhaus Preis 2016“ noch bis zum 15. Januar 2017 im eigenen Haus.

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