Helmut-Hentrich-Stiftungspreis 2013
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Gleich zwei Preisträger gab es in diesem Jahr, jeweils 5 000 € in Form von Reisestipendien erhielten Jakob Giese (RWTH Aachen) und Nicolai Schlapps (TU Braunschweig). Erstmals wurde der Wettbewerb – in Kooperation mit der DBZ, unserem Magazin Der Entwurf und der Bauwelt – offen für alle Hochschulen ausgeschrieben. Bedingung für die Einreichung war die Empfehlung des betreuenden Pro­fessors.

Die von Professor Dr. Helmut Hentrich im Jahr 2001 ins Leben gerufene Stiftung verleiht jährlich den mit 10 000 € dotierten Preis an Architekturabsolventen nationaler und internationaler Hochschulen. Die Stiftung engagiert sich für die Förderung besonders talentierter Architekturstudenten, „denen der Besuch architektonisch bedeutender Bauwerke durch die Gewährung von Reisestipen­dien ermöglicht werden soll,“ so Hentrich. Die diesjährigen Jurymitglieder Professor Renzo Vallebuona (KIT Karlsruhe), Professor Johann Eisele (TU Darmstadt), Peter Cachola Schmal (Deutsches Architekturmuseum), Boris Schade-Bünsow (Bauwelt) und Sandra Greiser (DBZ) sah das in den beiden Arbeiten „Stipendiatenhaus auf Hiddensee“ (Giese) und „The Factory, New York“ (Schlapps).

Die Entscheidung für die Arbeiten von Giese und Schlapps fiel, da diese sich innerhalb der insgesamt 25 Einreichungen sowohl inhaltlich als auch grafisch deutlich hervorheben konnten. Insbesondere wurde die gute Durchstrukturierung beider Arbeiten gelobt und die Feinfühligkeit, welche die Studenten bei der Auseinandersetzung mit der Bestandsumgebung aufzeigten.

Aus der Begründung der Jury:

– Jacob Giese

(Stipendiatenhaus auf Hiddensee)

Dieser Ansatz formuliert eine Strategie,

eine Umgangsform, um die innewohnen­-

den Qualitäten und Eigenschaften der

Landschaft auf Hiddensee visuell nachvoll-

ziehbar zu machen. (...) Bezeichnend für

diese Arbeit ist die Sensibilität mit der de

Autor den topografischen Veränderungen

auf Hiddensee innovativ einen Meilenstein setzt (...).

– Nicolai Schlapps (The Factory, New York)

Camouflage: Die Strategie der Tarnung

dient in diesem Falle, um eine sowohl

baulich wie auch programmatisch radikale

Veränderung der bestehenden Pier-Umgebung vorzuschlagen, ohne Gefahr zu laufen, die Kontinuität des städtebaulichen Bestands zu brechen. (...) Das Gebäude befindet sich am Ende vom Pier und ragt, die Hafen-Situation zitierend, über das Wasser in den Flussraum hinaus.

Die Preisträger haben nun die Qual der Wahl, wohin die Exkursion gehen soll. Jacob Giese möchte die Reise voraussichtlich zweiteilen.Noch in diesem Jahr möchte er England, Griechenland und Italien bereisen und in 2014 soll es nach Südamerika gehen, nach Brasilia, Rio de Janeiro und São Paulo, um die einzigartigen Architekturen von Oscar Niemeyer, João Vilanova Artigas und Paulo Mendes da Rocha für sich zu entdecken.

Nicolai Schlapps möchte das Stipendium nutzen, um eine Forschungsreise in den Osten Europas zu unternehmen, an die Grenze von westeuropäischer und Sowjet-Architektur – Brutalismus, Bunker und Städtebau. Ihn interessieren dabei Städte und Stadtgefüge im Zusammenhang, sowie vermeintliche Rückseiten, Unorte, Zufallsarchitekturen und unbekannte, undokumentierte und nicht erfasste Bauten jenseits der tourismustauglichen Kulturbauten. Da aufgrund des kalten Krieges die Dokumentation lückenhaft ist, versteht Schlapps seine Reise als aktiven Forschungsauftrag.

Anfang Juli überreichte Joachim H. Faust, Kurator der Stiftung und geschäftsführender Gesellschafter von HPP, unter Anwesenheit des Kuratoriums der Helmut-Hentrich-Stiftung und dem Partnerkreis von HPP Architekten den Preisträgern Giese und Schlapps die Urkunden sowie jeweils ein Skizzenbuch, das während der Reise gefüllt werden soll und anschließend in den Besitz der Stiftung übergeht.

Auch in 2014 haben Absolventen wieder die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit für den Helmut-Hentrich-Stiftungspreis einzureichen und ein 10 000 €-Reisestipendium zu gewinnen. SG

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