Gerne lesen

Populistische Anbiederung war dem Aargauer Architekten und Bauingenieur Walter Zschokke (1948–2009) „wenig zielführend und daher verantwortungslos“. Zugleich verlangte er, dass die Auseinandersetzung mit Architektur und ihrer Vermittlung allgemeinverständlich sein müsse. Er selbst beherrschte diesen Spagat in der sprachlichen Architekturdarstellung: intelligente, scharfsichtige Beobachtung komplexer Zusammenhänge in (relativ) einfachen Worten. In der hier vorliegenden Auswahl (1980 bis 2008) aus Beiträgen, die er für  Tageszeitungen oder Fachmagazine geschrieben hat zuzüglich weiterer, unveröffentlichter, umreisst der Autor das komplette Thema zeitgenössischen Bauens (in Österreich) und – als ständige Selbstüberprüfung – der Kritik am Bauen. Dass Zschokke sein Schreiben dabei immer auch in Frage stellte macht seine Sicht auf die Dinge noch subjektiver und zugleich extrem verbindlich. Dass das Buch überdurchschnittlich gut gemacht ist und von Margherita Spiluttini aufs Angemessenste fotografisch ergänzt wurde, erfreut die Sinne. Zschokkes Texte würde man aber auch auf dem schlechtesten Papier noch gerne lesen! Mit Bibliografie der ganzen Zschokke-Texte. Be. K.

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