Ergiebige Aufbereitung

Drei Bände wird demnächst die Architekturgeschichte der WBG umfassen, Mittelalter und Neuzeit liegen ganz aktuell vor. Das Konzept ist klar: Anhand von ausgewählten Bauwerken sollen die jeweils für die Zeit (und die Region) zentralen Schaltstellen der Baugeschichte vorgestellt werden. Das Auswahlkriterium „Schlüsselwerk“ macht die Sache angreifbar, zumal nicht immer klar wird, ob das Bauwerk Kulmination oder Initial einer Bewegung/eines Stils repräsentiert.

Dass man in den ersten Bänden die üblichen Verdächtigen findet überrascht nicht. Man ist aber erstaunt, wieviel neue Sicht doch aus diesem oder jenem noch herauszuholen ist, beziehungsweise, wie ergiebig eine ganz neue Inkontextsetzung für eine tiefer gehenden Betrachtung sein kann. Ergiebig und durchaus fesselnd geschrieben sind die längeren Einführungstexte, die sich bestimmten Thematiken wie Architektur als Medium, Maßstab und Ideal etc. zuwenden.

Die (demnächst) drei Bände haben das Gewicht, der schon vorliegenden und schier unübersichtlichen Lexikavielfalt zum Thema Architekturgeschichte Wesentliches hinzu- und durchaus entgegen zu setzen. Querverweise im Text, Zeittafel, Glossar und Register im Anhang erleichtern die gezielte Suche sowie das Verständnis für einen größeren architekturhistorischen Zusammenhang. Be. K.

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