Ententeich und Museumsmüdigkeit
Rick Mather’s umgebautes und erweitertes Ashmolean Museum, Oxford

Das älteste öffentliche Museum Englands steht nicht in London, es steht in Oxford. Im siebzehnten Jahrhundert aus einer privaten, ethnologischen Sammlung entstanden, staubte sie zu über Jahrhunderte in verschiedenen Musentempeln zu, bevor sie in dem heutigen Altbau an der Beaumont Street ihr endgültiges Zuhause fand. Die Umstände ihres Erwerbs 1659 durch den Alchimisten Elias Ashmole sind von Schauergeschichten gerahmt, man munkelt vom vorzeitigen Ableben der Eigentümerin in einem Ententeich.

Im vergangenen November eröffnete der 67 Mio. € teure An- und Umbau, dessen Entwurf Rick Mather Architects, London, verantworten. Das Herzstück der neuen Architektur hinter dem Dreiflügelbau von 1846 ist ein tageslichthelles, von Treppen gesäumtes Atrium, das dem Besucher die komplette Innenwelt des Museums offenbart. Überhaupt ist in der komplexen Grundrissstruktur auf allen sechs Stockwerken mit ihren 39 Galerien „Durchblick“ das erste Thema des Entwurfs, Mather möchte den Neubau „wie ein großes Theater“ verstanden wissen, dessen unzählige „Fluchtwege“ der allgemeinen „Museumsmüdigkeit“ entgegenwirken sollen. Was eine recht sportliche Sichtweise ist. Be. K.

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