Betonsanierung der neuen Meisterhäuser, Dessau

Die neuen Meisterhäuser stehen dort, wo kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges ein Bombentreffer für Verwüs-tung sorgte. Mehrere Architekturwettbewerbe blieben ohne bauliches Ergebnis, bis 2010 das Büro Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin den Entwurf einer Wiederherstellung präsentierte, der nur ansatzweise mit Rekonstruktion zu tun hat. Statt detailgetreuer Nachbauten lässt das Konzept die Häuser als scharfkantige, monolithische Volumen wieder entstehen. Die Kuben bestehen aus Dämmbeton, vor Ort als glatte Flächen errichtet. Wo einst Öffnungen waren, ist die Hülle ausgeschnitten und mit transluzenten Gläsern in schmalen schwarzen Rahmen geschlossen.

Die monolithische Wirkung ist auch eine Frage der Oberflächenhomogenität. Da diese nicht zufriedenstellend ausgeführt wurde, stand früh die Überarbeitung mit einer Lasur fest. Neben der Angleichung von Grauverschiebun­gen, der Aufhellung des zu dunklen Betons, dem „Nachschärfen“ der Kanten und dem Ausbessern von Schäden ließen sich so auch die konischen Ankerlöcher der Schalungen verbergen.

Um den gewünschten monolithischen Ausdruck zu erreichen, verwendeten die Architekten Leichtbeton, der vor Ort hergestellt wurde. Da das Ergebnis zu dunkel und zu ungleichmäßig war, wurden die Oberflächen mit der weiß pigmentierten, mineralischen Lasur Keim Concretal überarbeitet KEIMFARBEN GMBHwww.keim.com

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