Anschubliteratur

Häuser stehen immer noch für Dauer(nd). Trotz oder wegen aller Anfeindung dieser Dauer, die das Handgreifliche, das nächste Gegenüber ist. Doch die Handgreiflichkeit ist in der Architektur fragwürdig geworden, das Ephemere unserer digitalen Zeit hat die Häuser abstrakter werden lassen hinter immer auffälligeren Fassaden und ausgetüftelten Bausystemen. Barock und Moderne waren Reaktionen auf den Stillstand einer konservierenden Tradition, im vergangenen Jahrhundert wurde gar das Ende der Architektur vorhergesagt.

Marcel Duchamp und vor ihm schon die Expressionisten verkündeten gleichfalls das Ende der Kunst-wie-sie-immer-schon-war, Marmor und firnisgeschützte Ölfarbe auf solider Leinwand wurden hinterfragt, als reaktionär beschimpft, den modernen Zeiten nicht mehr angemessen erkannt.

Dietmar Rübel geht in seiner wunderbar formulierten Untersuchung dieser Neubewertung der Kunst des 20. Jahrhunderts durch die Künstler selbst nach und findet hier eine hochspannende Geschichte des Veränderlichen, deren intellektuelle Wirkung auf die Architektur, auf Design und die Kunst selbst bis heute noch nicht erforscht wurde. Rübels Arbeit, die in logischer Konsequenz durchaus das gängige Kunst- wie auch Dingewelt-Verständnis in Frage stellt, ist ein Anfang für einen solchen weiteren Blick. Wer möchte mal?! Be. K.

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