Zur Akzeptanz von Cloud Computing – 2

Zukünftiges Thema im Mittelstand

Das Thema „Cloud“ hat in den mittelständischen Unternehmen noch lange nicht die Bedeutung wie die in großen Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie die die Münchner Kommunikationsagentur PR-COM im Auftrag des IT-Anbieters Dell durchgeführt hat.  

Mittelständische Unternehmen in Deutschland lassen sich von den „Hypes der IT-Welt“ eher wenig beeindrucken. Dies ergab eine Studie, die die Münchner Kommunikationsagentur PR-COM im Auftrag des IT-Anbieters Dell durchgeführt hat. Befragt wurden dabei IT-Verantwortliche aus über 300 deutschen Unternehmen ab 50 bis 2000 Mitarbeitern nach ihrer Einschätzung der aktuellen Trendthemen „Cloud Computing“, „Big Data“, „Bring Your Own Device“ (BYOD) und Desktop-Virtualisierung. Alle Branchen waren bei der Befragung vertreten. Je kleiner Unternehmen sind, desto abwartender betrachten sie die Relevanz von Trendthemen der IT. Die Technologien setzen sie entsprechend zögerlich um, so das Ergebnis der Studie von IT-Anbieter Dell.

Zurückhaltende Akzeptanz und Nutzung

Bemerkenswert ist, dass gerade kleinere Unternehmen, die durch den Einsatz von „Cloud Computing“-Lösungen stark profitieren können, dazu eine ziemlich zurückhaltende Meinung haben. Es ist offenkundig, dass das Bild, das die genannten Trends in der IT-Öffentlichkeit abgeben und die IT-Medien skizzieren, nicht unbedingt der Einschätzung der Unternehmen entspricht.

Die Technologien werden auch nur in geringem Umfang bereits genutzt, wobei auch hier wieder der Trend bestätigt wird, dass größere Unternehmen – teils mit großem Abstand – vorne liegen. Besonders deutlich wird das beim „Cloud Computing“: Diese Technologie setzen nur 2,5 % der kleinsten Unternehmen (51 bis 100 Mitarbeiter) ein, während es rund 24 % der Firmen über 1000 Mitarbeiter tun. Das entspricht einem beachtlichen Faktor zehn.

Die Kleinen machen es den Großen nach

Die Angaben über den künftigen Einsatz ergeben einen ähnlichen Trend wie beim tatsächlichen Einsatz: Je größer ein Unternehmen ist, desto eher plant es die Nutzung der Technologien. Ganz oben steht dabei „Cloud Computing“, das in Zukunft 7,5% der kleinsten Unternehmen (51 bis 100 Mitarbeiter) einsetzen wollen, während fast 30 % der größten Unternehmen den Einsatz dieser Technologie planen, so die Aussagen der befragten IT-Verantwortlichen.

Das Abschneiden des mittlerweile seit mehr als fünf Jahren intensiv diskutierten Mega-Trends „Cloud Computing“ befragt auf seine Vorteile ist hingegen eher bescheiden. Die überwiegende Mehrheit der Befragten trauen dieser Technologie weder eine drastische Produktivitätssteigerung (6 %), noch Kostensenkung (11 %), noch ein Mehr an Flexibilität oder Sicherheit (jeweils 12 %) zu.

Dass kleinere Firmen zurückhaltender bei der Umsetzung neuer IT-Technologien sind, überrascht jedoch wenig. In der Regel verfügen sie, im Vergleich zu größeren Unternehmen, über weniger Ressourcen und Budgets, die sie vorrangig für den laufenden IT-Betrieb einsetzen müssen, also für Administration, Softwareentwicklung oder Helpdesk. „Alle Werte der Umfrage zeigen in bestechender Weise, wie sehr die Größe eines Unternehmens mit dessen Bereitschaft zum Einsatz neuer IT-Technologien korreliert", meint Barbara Wittmann, Executive Director Mittelstand und Geschäftsführerin Dell GmbH.

„Cloud Computing“  und Sicherheit

Die Implementierung von „Cloud Computing“ hingegen wirft zahlreiche essenzielle Fragen auf, etwa welcher Aufwand für die Anpassung der existierenden IT-Infrastruktur notwendig ist oder wie sicher Daten in einem externen Rechenzentrum sind. In kleinen Betrieben ist die Nutzung dieser Technologie daher noch sehr gering und steigt kontinuierlich bei größeren Unternehmen – dort, wo mehr Ressourcen für die Beantwortung solcher Fragen und die Bewertung der einzelnen Umsetzungsschritte genutzt werden können.

 „Am Ende ist es essenziell, Nutzen, Sicherheit und Effizienz der gesamten IT in einem kontinuierlichen Prozess zu verbessern“, so Barbara Wittmann weiter. „Ob einzelne Trendtechnologien dafür eingesetzt werden, das ist zunächst einmal zweitrangig.“

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