KI und Wasserbedarf

Fragt man die KI, wieviel Wasser gebraucht wird, um die Frage, wieviel Wasser die KI brauchen wird, um diese Frage zu beantworten, antwortet ChatGPT so: „Wahrscheinlich deutlich weniger als ein Glas Wasser. Den tatsächlichen Verbrauch dieser konkreten Unterhaltung kenne ich nicht.“ Dass die KI, die sich in Rechenzentren einrichtet, Wasser zur Kühlung braucht, verwundert weniger als der Blick auf den tatsächlichen Wasserbedarf in Zahlen: Ähnlich, wie schon mal bei Kraftwerken aller Art, entscheidet über den Rechenzentrumsstandort der Zugang zu Wasser und zwar zu sehr viel Wasser.

Für das Jahr 2024 weisen verfügbare Meldungen deutscher Rechenzentren einen Wassereinsatz von schätzungsweise 1,85 Mrd. Liter aus, das entspricht gut 30 000 25-m-Lehrschwimmbecken. Die Zahlen, die wie alle hier genannten vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) oder der EU-Kommission kommen, bilden aber den indirekten Wasserbedarf für die Stromerzeugung und die Herstellung der IT-Hardware nicht ab. Und ebenfalls nicht den, der für die bauliche Errichtung eines Rechenzentrums nötig ist. Schätzungen der Internationalen Energieagentur gehen von einem Wasserbedarf im Jahr 2023 von mehr als 500 Mrd. Liter aus, rund 140 Mrd. Liter für den unmittelbaren Betrieb der bis zu 1 000 Anlagen in diesem Land und etwa 373 Mrd. Liter für die Bereitstellung des benötigten Stroms plus Zahl X für den Bau der Zen­t­ren. Das wird sich verändern, der Bedarf an ­Rechenleistung wächst und so will die Bundesregierung in den kommenden drei Jahren die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland mindestens verdoppeln. Vor dem Hintergrund steigender Regulierung und Nachweispflichten könnte man die Evaluierung von Energieeffizienz, Wasserschutz und Abwärmenutzung im von Drees & Sommer Data Center Consulting begleiteten Rechenzentrum auf dem incampus in Ingolstadt als erste umfassende Datenanalyse anschauen und von dort zum Climate Neutral Data Centre Pact gelangen, in dem sich mehr als 100 Rechenzentrumsbetreiber (rund 85 Prozent des europäischen Markts) zur Wassereffizienz verpflichtet haben.

Der Druck zu handeln wächst. Mit steigenden Temperaturen wird die Wasserverfügbarkeit zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko für Rechenzentren. „Früher standen bei der Standortsuche vor allem Grundstück, Strom und Glasfaser im Mittelpunkt“, so Dreso, „heute müssen wir auch prüfen, welches Kühlsystem zur örtlichen Wasserlage passt, ob es in zehn oder zwanzig Jahren noch tragfähig ist und ob sich für die Abwärme ein Abnehmer findet“. Im Augenblick ist dieser Abnehmer noch vielfach die Umgebungsluft. Sollten wir das Problem der KI anvertrauen? Eher nicht, s. o.⇥Be. K.

www.dreso.com

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