Will Alsop (1947-2018)

Will Alsop war Brite durch und durch. Nicht das Klischee von Melone und Tea time, eher der Dorian Gray-Typ, das Enfant terrible, der immer so sehr Beschäftigte, der ständige Maler und Zeichner und so sehr eigenwillige Architekt, dessen Arbeiten man entweder liebte oder gar nicht mochte. Nun ist der Mann, gerade mal siebzigjährig, nach kurzer Krankheit am 12. Mai 2018 in London verstorben.

Will Alsop kennt man in Deutschland vielleicht durch das Fährterminal in Hamburg, das er in den 1990er-Jahren zusammen mit Jan Störmer entwickelte (Alsop & Störmer Architects). Ganz sicher aber durch das fassadenbunte „Colorium“ im Düsseldorfer Medienhafen (2001), dessen rote Dachkappe (Technikgeschoss) den roten Strich markieren soll, der den Bau in der Höhe kürzte. Das Hochhaus war von Anbeginn an ein Problemkind am Hafen, gerade auch wegen der damals hoch umstrittenen Fassadengestaltung.

Will Alsop wuchs in Northampton im Northamptonshire auf. Kolportiert wird, er hätte schon als Kind Architekt werden wollen. 1973 erhielt er sein Diplom an der AA London, danach gründete er sechs Architekturbüros bis zu aLL Design, das er 2011 mit dem Mitgründer, Marcos Rosello, in London bis zu seinem Tod leitete.

Alsop arbeitete einige Jahre für Cedric Price, von dem er die Vorliebe für das Extravagante, das aus der Reihe stehende übernahm. So nahm der gerade mal 23-jährige am internationalen Architekturwettbewerb für den Bau des Centre Georges-Pompidou in Paris teil und kam tatsächlich hinter Richard Rogers und Renzo Piano auf den zweiten Platz. Mit Zaha Hadid arbeitete er in Berlin an der Stresemannstraße im Rahmen der IBA 1984. Mit den aufgestelzten Projekten Peckham Library in London und dem Sharp Centre for Design in Toronto gewann er den renommierten Stirling Preis.

Alsop hatte mehrere Gastprofessuren inne und war u. a. Professor an der Hochschule für Künste in Bremen. Seit 1997 war er ordentlicher Professor an der TU Wien.

Alsop war verheiratet und hatte drei Kinder.


Will Alsops aLL Design

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