Zum Reinbeißen schön
Die Fassade des Museums Brandhorst in München-
Museum Brandhorst in unterschiedlichem Farbmuster....
Foto: Haydar Koyupinar / Bayer. Staatsgemäldesammlungen
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Blick Richtung Neue Pinakothek. Die im Boden...
Foto: Benedikt Kraft / DBZ
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Der Kopfbau mit Kasse, Cafeteria und Buchshop im...
Foto: Annette Kisling
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Die so genannten „Baguettes“ ver-
kleiden die...Foto: Benedikt Kraft / DBZ
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Lichtlenkelemente reflektieren Tageslicht ins...
Foto: Benedikt Kraft / DBZ
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Ursprünglich war dieser Saal im OG für...
Foto: Benedikt Kraft / DBZ / Cy Twombly
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Ausgestellte Lichtlenkscheiben reflektieren...
Foto: Noshe
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Lageplan
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Obergeschoss, M 1 : 1 000
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Erdgeschoss, M 1 : 1000
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Untergeschoss, M 1 : 1000
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Schnitt AA, M 1 : 750
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Schnitt BB, M 1 : 750
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Fassadenschnitt, M 1 : 40
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Detailpunkt C, M 1 : 7,5
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Vertikalschnitt Knickpunkt Patiodach/Fassade, M 1 ...
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Vertikalschnitt Auflagerpunkt Patiodach, M 1 : 25
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BA (Hons), AA Dipl., RIBA,
Louisa Hutton
1957 geboren in Norwich/GB
1976-1980 Bristol University/GB
198...Foto: Benedikt Kraft
Hinter 36 000 Keramik-„Baguettes“ ruht gelassen eine tageslichthelle Kunstraumlandschaft auf drei Ebenen. Ihre ungewöhlich farbige Vergitterung provoziert in einem „Kunstareal“ genannten Umfeld, das scheinbar seit jeher schon auf beruhigende Gewissheiten baute.
Bereits zwei Monate nach seiner Eröffnung am 21. Mai 2009 konnte das Museum Brandhorst seinen 100 000sten Besucher empfangen. Der Neubau am Rande des so genannten und noch immer nicht als Ganzes definierten „Museumsareals“ in München hat sich offenbar gut entwickelt; und der Zustrom hält an. Damit hat der Neubau das eingelöst, was dem Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Wolfgang Heubisch, auf der Eröffnungspressekonferenz vorschwebte: Dem sich selbst als „Kunstminister“ titulierenden FDP-Politiker schwante, dass Bau und Sammlung „die Stadt München an die Weltspitze der Kunststädte katapultiere.“ Damit hat er vielleicht nicht genau genug gegriffen, schließlich ist München schon Teil der Welt-spitze in Sachen Kunst, allerdings fehlte der bayerischen Landeshauptstadt ein Ort, der sie in die Nähe der wirklichen und, so weit man sehen kann, einzigen Gegenwartskunstmetropole Deutschlands, Berlin, zu heben in der Lage wäre. Gut 48 Mio. € hat der Bau den Freistaat gekostet, dafür ist dieser seit 1999 im Besitz der auf mehr als 100 Mio. € taxierten Kunstsammlung Brandhorst; allerdings in Form einer höchst umstrittenen Dauerleihgabe.
Der Neubau
Alles begann mit einem Eklat: Weil dem Sammler Brandhorst das Konzept von Stephan Braunfels nicht passte (Braunfels ist Architekt der benachbarten Pinakothek der Moderne und gleichsam Masterplaner auch für das Baufeld des Museums, auf welchem ursprünglich ein Kinderhaus für die Stadt München geplant war), lobte der Freistaat einen internationalen Wettbewerb mit Zuladungen aus. Ende 2002 standen dann Zaha Hadid mit Sauerbruch Hutton vor der Ziellinie, die letzteren unter anderem wegen ihres ausgeklügelten Tageslichtkonzeptes als Sieger querten; von einer bunten Stäbchenfassade war hier noch nicht die Rede.
Fassade mit vielen Aufgaben
Im Siegerentwurf von 2002 setzten die Architekten noch auf eine Doppelfassade mit außenliegender Glashaut. Da diese schallharte Oberfläche den Lärmpegel in den anliegenden Straßenräumen verstärkt hätten, gab es bauherrenseits die Auflage, dass der Lärmpegel den Ist-Wert (Blockrand unbebaut) nicht überschreiten dürfe. Damit war die Glasfassade passé, ab sofort wurde daran gearbeitet, wie man Schallabsorber bei größtmöglicher Wirksamkeit möglichst unsichtbar auf die Konstruktion platzieren könnte. Die Lösung: horizontal gefaltete, in Horizontalflächenbreite unterschiedlich farbige Lochbleche auf Ortbeton und Dämmung, darüber eine optisch geschlossene, schützende, aufmerksamkeitsheischende, dauerhafte und pflegeleichte Außenhaut. Oder anders gesagt: 36 000 Keramikhohlstäbe, je 1,10 m lang, 4 x 4 cm im Querschnitt messend und rund 2,75 kg schwer. Der Hersteller aus Emmerich nennt dieses Fassadenprodukt „Baguette“ (eigentlich ist es aber eher eine „ficelle“). In das Museumsareal wurde die Hochleistungsbackware in 23 unterschiedlichen Farben und Farbtönen geliefert, jedes „Baguette“ wird über zwei Haltepunkte auf die Wand gebracht, jeder Haltepunkt verankert zugleich die Lochbleche.
Weitere Informationen unter www.sauerbruchhutton.de
sowie www.museum-brandhorst.de
















