Deutscher Brückenbaupreis 2016

Deutscher Brückenbaupreis 2016 entschieden Gewinner sind die Kochertalbrücke und der Donausteg Deggendorf

Die Instandsetzung und Verstärkung der Kochertalbrücke im Zuge der A 6 bei Geislingen in der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ und der neu gebaute Donausteg Deggendorf in Bamberg in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“ sind die Gewinner des am 14. März in Dresden vergebenen Deutschen Brückenbaupreises 2016. Als maßgeblich verantwortliche Ingenieure wurden Ralf Bothner vom Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG, Stuttgart (Kochertalbrücke), und Hubert Busler, Büro Mayr Ludescher Partner Beratende Ingenieure, München, von der Planungsgemeinschaft Donausteg geehrt.

Mit den Preisträgern erlebten wiederum mehr als 1.300 Gäste die feierliche Auszeichnung der Gewinner des von der Bundesingenieurkammer gemeinsam mit dem Verband Beratender Ingenieure VBI vergebenen Deutschen Brückenbaupreises im Audimax der TU Dresden.

Die Ertüchtigung der Kochertalbrücke erhält den Deutschen Brückenbaupreis 2016, weil dank der dabei realisierten geistig-kreativen Ingenieurleistungen die Nutzbarkeit vorhandener Bausubstanz nachhaltig verlängert werden konnte. Die Instandsetzung dieser Ikone der deutschen Ingenieurbaukunst tilgt nicht nur die Spuren aus 35 Jahren Autoverkehr, sondern verbessert die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der Brücke über den Ursprungszustand hinaus. Damit sei die gelungene Sanierung wegweisend für die anstehenden Aufgaben im Brückenbau, heißt es in der Jurybegründung.

Mit der 455 m langen Fuß- und Radwegbrücke über zwei Donauarme bei Deggendorf wird ein Bauwerk ausgezeichnet, das sich dank seiner scheinbar schwebenden, filigranen Stahlfachwerkkonstruktion als gelungenes Pendant neben der benachbarten Eisenbahnbrücke behaupten kann. Die spannungsvolle Konstruktion hat einen hohen Erlebniswert sowohl für Nutzer als auch Betrachter. Darüber hinaus würdigt die Jury die Umsetzung in semiintegraler Bauweise, die zu einer wartungsarmen Konstruktion führt, und die durchgehend bemerkenswerte Qualität aller Details der Brücke.

Mit der Kochertalbrücke zeichnete die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Manfred Curbach, TU Dresden, in diesem Jahr erstmals ein Sanierungsprojekt aus. Mit dieser Entscheidung würdigen die Juroren die ganz besonderen Ingenieurleistungen, die in dieser, aber auch anderen derartigen Brückenmodernisierungen stecken. Da solche Brückenertüchtigungen meist besonderen funktionalen und ästhetischen Ansprüchen gerecht werden müssen, gehören die zugrundeliegenden planerischen Leistungen zu den anspruchsvollsten Ingenieuraufgaben. Daher freuen sich VBI und Bundesingenieurkammer als Auslober ausdrücklich über die aktuelle Juryentscheidung. Angesichts des großen Sanierungs- und Erhaltungsbedarfs bei den Bestandsbrücken in Deutschland waren derartige Sanierungsprojekte bei der Auslobung des Deutschen Brückenbaupreises von Anfang zum Wettbewerb zugelassen.

Der Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre in den beiden Wettbewerbskategorien „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ sowie „Fuß- und Radwegbrücken“ vergeben. Neben dem Bauwerk werden jeweils die Ingenieure mit der Preisskulptur ausgezeichnet, deren geistig-schöpferische Leistung maßgeblich für das Gelingen des ausgezeichneten Bauwerks war.

Neben den Preisträgern Kochertalbrücke und Donausteg Deggendorf hatte die Jury In der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ die Grubentalbrücke bei Goldisthal im Thüringer Wald und die Verstärkung der historischen Eisenbahnhochbrücke Rendsburg nominiert, in der Kategorie Fuß- und Radwegbrücken die Leibnizbrücke über den Finowkanal in Eberswalde, Brandenburg, sowie die neue Campusbrücke Würzburg.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den Deutschen Brückenbaupreis als Schirmherr. Hauptsponsor ist die Deutsche Bahn AG.



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