Bauhaus

documenta. Vision und Marke

vom
24.05.2019
bis
08.09.2019

Bauhaus und documenta sind zwei global erfolgreiche kulturelle Marken, die für ein weltoffenes, innovatives und modernes Deutschland stehen. Entstanden sind beide vor dem Hintergrund von Zivilisationsbrüchen, und beide stehen exemplarisch für die Idee der emanzipativen Kraft von Kunst und Kultur, die das Leben des Einzelnen bereichern, das soziale Zusammenleben reflektieren und den gesellschaftlichen Fortschritt befördern.

Während das Bauhaus der Krise der Industrialisierung und den Versehrungen des Ersten Weltkrieges durch angewandte Gestaltung von Dingen, Räumen und Gebäuden begegnen wollte, knüpfte die documenta an die romantische Idee der Auseinandersetzung mit der freien Kunst an, durch die die Menschen wieder zu verantwortlichen Bürgern werden sollten.

Obschon vielfältigem Wandel unterworfen, haben sich diese Ansprüche bis heute erhalten und prägen bis heute die Wahrnehmung und das Selbstverständnis beider Marken – in ihren Motiven, ihren Strategien und ihren Erfolgen. Dies geschieht durchaus widersprüchlich: Wird zum einen der Wert der Beschäftigung mit Kunst und Kultur als fragloser Wert an sich vorausgesetzt, steht zum anderen der Verdacht einer die Werke schmälernden didaktischen Vermittlung oder der Entleerung als Konsumartikel mit im Raum. Wird zum einen die Bedeutung kultureller Großunternehmen prinzipiell als fragwürdig angesehen, schmückt man sich andererseits gerne mit ihnen.

Die Ausstellung Bauhaus | documenta. Vision und Marke nimmt das einhundertjährige Jubiläum des Bauhauses zum Anlass, beide Kulturmarken parallel zu betrachten und wird so zu einem Spiegel der Rolle und Funktion, die Kunst und Kultur in einer Gesellschaft einnehmen. Gegliedert in sieben Bereiche, reflektiert sie grundlegende Fragen:

Was motiviert zur Beschäftigung mit Kunst und Kultur? Was soll wie vermittelt werden? Wer entscheidet das? Wer beurteilt es? Worauf beruhen die Argumente? Wen erreicht es – und wenn nicht? Und schließlich: Was bewirkt es?

Kuratoren der Ausstellung: Philipp Oswalt und Daniel Tyradellis

Bauhaus/documenta ist ein Projekt des documenta archivs und der Universität Kassel in Kooperation mit der Museums­landschaft Hessen Kassel, geleitet von Birgit Jooss und Philipp Oswalt, gefördert vom Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Hessische Kulturstiftung.

Collage: documenta archiv / Studio TheGreenEyl

Neue Galerie Kassel
Schöne Aussicht 1
34117 Kassel