Erich-Mendelsohn-Preis für Backstein-Architektur

Ehemaliger Fritz Höger Preis hat neuen Namen erhalten

Erich Mendelsohn war einer der wichtigsten Vertreter der Moderne in Deutschland und gilt bis heute als einer der weltweit innovativsten Architekten seiner Zeit. Die Initiative Bauen mit Backstein würdigt Mendelsohn als Pionier der modernen Architektur mit einem besonderen Schritt: Ihr alle drei Jahre ausgelobter internationaler Architekturpreis wird in Zukunft den Namen Erich-Mendelsohn-Preis für Backstein-Architektur tragen.

Der Einsteinturm in Potsdam hat Erich Mendelsohn Anfang der 1920er-Jahre über Nacht berühmt gemacht
Foto: Carsten Krohn

Der Einsteinturm in Potsdam hat Erich Mendelsohn Anfang der 1920er-Jahre über Nacht berühmt gemacht
Foto: Carsten Krohn

Mendelsohns Einsatz von Backstein war innovativ: Die Schichtung von glänzenden Bindern und matteren Läufern erzeugt eine gestreifte Struktur an der Fassade des Woga-Komplexes in Berlin
Foto: Carsten Krohn

Mendelsohns Einsatz von Backstein war innovativ: Die Schichtung von glänzenden Bindern und matteren Läufern erzeugt eine gestreifte Struktur an der Fassade des Woga-Komplexes in Berlin
Foto: Carsten Krohn


„Mit der Namenswahl betonen wir den innovativen und internationalen Anspruch unseres Preises“, begründet Ernst Buchow als Vorsitzender der Initiative die Namensgebung. „Erich Mendelsohn steht in der Reihe der großen Baukünstler, denen es gelang, gestalterische und konstruktive Konventionen beim Bauen zu überwinden und zu transformieren.“ Seine Offenheit für Technologien und Materialien, seine Formsprache und seine fortschrittlichen Ideen zum Städtebau hätten die Architektur weltweit und bis heute geprägt. Mit der Wahl von Erich Mendelsohn als Namensgeber setzt der renommierte Architekturpreis ein Zeichen für zukunftsweisendes Bauen, das für die Herausforderungen der Zeit ästhetisch und technisch nachhaltige Antworten findet.

Mendelsohns Einsatz von Backstein war innovativ: Die Schichtung von glänzenden Bindern und matteren Läufern erzeugt eine gestreifte Struktur an der Fassade des Woga-Komplexes in Berlin
Foto: Carsten Krohn

Mendelsohns Einsatz von Backstein war innovativ: Die Schichtung von glänzenden Bindern und matteren Läufern erzeugt eine gestreifte Struktur an der Fassade des Woga-Komplexes in Berlin
Foto: Carsten Krohn

Expressives Dach, Backstein als Gestaltungselement und große Glasfenster: Die Hutfabrik in Luckenwalde zeigt Mendelsohns Experimentierfreude mit Material
Foto: Carsten Krohn

Expressives Dach, Backstein als Gestaltungselement und große Glasfenster: Die Hutfabrik in Luckenwalde zeigt Mendelsohns Experimentierfreude mit Material
Foto: Carsten Krohn

Seit 2007 zeichnet der Preis für Backstein-Architektur Projekte aus, die das Potenzial des traditionellen Baustoffs nutzen, um zeitgemäße sowie zeitlose Bauwerke zu schaffen. Die Einreichungen zum alle drei Jahre ausgelobten Preis kamen zuletzt aus über 30 Ländern. Unter den Preisträgern sind namhafte Architekturbüros wie David Chipperfield Architects, Barozzi Veiga oder Witherford Watson Mann. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Fritz Högers hatte die Initiative Bauen mit Backstein beschlossen, dem ehemaligen Fritz-Höger-Preis einen neuen Namen zu geben, der dem internationalen und progressiven Charakter des Wettbewerbs nachhaltig Ausdruck verleiht. Den Ausschlag dafür gab eine neue, eigens in Auftrag gegebene Studie des Hamburger Historikers Prof. Thomas Großbölting.

Stand einmal paradigmatisch für den Backstein-Preis: das Chile-Haus in Hamburg von Fritz Höger
Foto: Benedikt Kraft / DBZ

Stand einmal paradigmatisch für den Backstein-Preis: das Chile-Haus in Hamburg von Fritz Höger
Foto: Benedikt Kraft / DBZ

Die Studie „Fritz Höger – eine politisch professionelle Biographie“ und weitere Informationen zur Umbenennung finden Sie bei Backstein-Architektur.


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