DAM Preis 2021: Jetzt wird es spannend!

Die Auslober geben die 22 Nominierten für den DAM Preis 2021 bekannt; mit vielen guten Bekannten

Manchmal wundert man sich, warum bei den meisten Architekturpreisen so wenig überraschendes heraus kommt (Ausnahme natürlich der Pritzker Preis, dessen Ausgang zunehmend schwieriger vorher zu sehen ist!). Wahrscheinlich liegt es daran, dass viele Auszgezeichnete zuerst den Weg über die Medien in die breitere (Fach)Öffentlichkeit genommen haben und sich so auch ins Bewusstsein der JurorInnen einnisten konnten. Bei diesjährigen Auswahlverfahren zum DAM Preis 2021 ist die Trefferquote von Nominierung und Veröffentlichung in der DBZ besonders hoch. Schön eigentlich aber auch: Wer zeigt uns die hidden Champions?!

Aus rund 100 Nominierungen hat die Jury des DAM Preis 2012 jetzt 22 Projekte für die Shortlist zum DAM Preis 2021 ausgewählt – das Spektrum der Bauten umfasst gleichermassen Wohnen, Arbeiten, Ausbildung und Kultur. Seit 2007 werden mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland jährlich herausragende Bauten in Deutschland ausgezeichnet. 2021 wird der Preis vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) bereits zum fünften Mal – in enger Zusammenarbeit mit JUNG als Kooperationspartner – in einem gestaffelten Juryverfahren vergeben.

Eine Expertenjury unter Vorsitz von Alexander Schwarz (David Chipperfield Architects, Gewinner des DAM Preis 2020) bestimmte nun aus dem Feld der Longlist 22 Projekte für die engere Wahl der Shortlist zum DAM Preis 2021. Eine Auswahl von vier Bauten deutscher Architekten im Ausland kommt außer Konkurrenz hinzu.

Facetten des Wohnungsbaus finden sich in der Shortlist etwa mit einem an industriellen Beispielen orientierten Systembau in Berlin und einem die Vorgängerbebauung mit Spolien zitierenden Baukomplex in Nürnberg. Kindertagesstätten werden mit zwei konträren Planungen vorgestellt: einem bewusst selbstverständlich erscheinenden Massivholzbau in Ditzingen und, umgekehrt, mit einem artifiziell wirkenden Um- und Weiterbau eines ehemaligen Wohngebäudes in Memmingen im Allgäu. Wie vielfältig, wie kommunikationsfördernd können Verwaltungsgebäude sein? Zu den Beispielen zählt ein städtisches Gebäude mit Jobcenter und Dachgewächshaus im historischen Zentrum von Oberhausen und die höchst variable Struktur eines Hauses im neu entstehenden Münchner Werksviertel, das heute im Erdgeschoss mit Gastronomie, darüber mit einem Fitnessstudio und mit Büroflächen belegt ist. Nicht zuletzt gehören auch ortsprägende Sonderbauten zu der Auswahl: Dazu zählt die Hochwasser-schutzanlage und Uferpromenade am Hamburger Niederhafen ebenso wie die innovative Holzkonstruk-tion des Urbachturms im schönen Remstal.

In die Longlist des DAM Preis nominiert wurden rund 100 Bauwerke aus Deutschland, die aus einer weitaus größeren Liste stammen, an der ein Beirat aus Experten beteiligt war. Dieser bestand aus Uwe Brösdorf, Florian Fischer, Patrick Gerstein, Lydia Haack, Christian Holl, David Kasparek, Ursula Kleefisch-Jobst, Ilka Ruby, Alexander Russ und Jörn Walter. Außerdem wurden Projekte von den Architektenkammern der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen vorgeschlagen. Grundsätzlich bestand für die Nominierung der Bauten keine Einschränkung auf eine bestimmte Bautypologie, Mindestgröße oder Bausumme. Die nominierten Bauwerke für den DAM Preis 2021 sollten zwischen Ende 2018 und Frühjahr 2020 fertiggestellt sein.

Die öffentliche Bekanntgabe des Preisträgers und Verleihung des DAM Preis 2021 sowie die Eröffnung der Ausstellung mit dem Preisträgerprojekt und allen Bauten der Shortlist finden am 29. Januar 2021 im DAM statt. Zu diesem Anlass erscheint auch das Deutsche Architektur Jahrbuch 2021 mit ausführlichen Besprechungen der Bauten aus der Shortlist und des Preisträgers.

SHORTLIST DAM PREIS 2021

ALLMANN SATTLER WAPPNER . ARCHITEKTEN:
Revitalisierung Schwanthaler Höhe, München

ARGE MVRDV & N-V-O Nuyken von Oefele Architekten:
WERK12, München

ARETZ DÜRR ARCHITEKTUR:
Haus D // 6, Oberberg

ATELIER KEMPE THILL:
Atriumhaus Tenever, Bremen

ADDENDA ARQUITECS:
Bauhaus Museum Dessau

BEHNISCH ARCHITEKTEN:
Adidas World of Sports ARENA, Herzogenaurach

BEHNISCH ARCHITEKTEN:
KIT Energy Lab 2.0, Eggenstein-Leopoldshafen

BEZ + KOCK ARCHITEKTEN:
Museums- und Kulturforum Südwestfalen, Arnsberg

BARKOW LEIBINGER:
Trumpf Betriebs-Kindertagesstätte, Ditzingen

BRUNO FIORETTI MARQUEZ:
Erweiterung Landratsamt Neustadt an der Waldnaab

BUNDSCHUH ARCHITEKTEN:
Suhrkamp-Ensemble, Berlin

FAR FROHN&ROJAS:
Wohnregal, Berlin

HILD UND K:
Wohnen an der Werderstraße, Nürnberg

HEILERGEIGER ARCHITEKTEN:
Kita Karoline Goldhofer, Memmingen (Allgäu)

HELGA BLOCKSDORF ARCHITEKTUR:
Wohn- und Atelierhaus Rosé, Berlin

ICD / ACHIM MENGES UND ITKE / JAN KNIPPERS, UNIVERSITÄT STUTTGART:
Urbach Turm, Remstal

KUEHN MALVEZZI:
Verwaltungsgebäude mit gebäudeintegriertem Dachgewächshaus, Oberhausen

LRO LEDERER RAGNARSDÓTTIR OEI:
Dialogicum – dm-drogerie markt Unternehmenszentrale, Karlsruhe

MAX DUDLER:
Eisenbahnmuseum, Bochum

O&O BAUKUNST:
Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

WANDEL LORCH ARCHITEKTEN:
Lern- und Gedenkort Hotel Silber, Stuttgart

ZAHA HADID ARCHITECTS:
Hochwasserschutzanlage und Uferpromenade Niederhafen, Hamburg

 

ARCHITEKTUREXPORT

BOLLES + WILSON:
BnL – Bibliothèque nationale du Luxembourg, Luxemburg

GMP ARCHITEKTEN VON GERKAN MARG UND PARTNER:
Südbahnhof Hangzhou, China

INGENIEURE OHNE GRENZEN E.V.:
Rising Star School für Hopley, Harare, Simbabwe

TERRAIN: INTEGRAL DESIGNS:
GRÜNE ERDE-WELT Unternehmens – und Besucherzentrum, Steinfelden, Österreich

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