AIV-Schinkelwettbewerb

bridge2future: Gewinner stehen fest

Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 26.700 € vergeben

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) von Ost- und Westberlin soll an einem zentralen Standort zusammengefasst werden. Die städtebauliche Kernaufgabe war, ein Konzept für den Neubau der ZLB unter Einbeziehung der unter Denkmalschutz stehenden Amerika-Gedenkbibliothek zu erarbeiten. Das Kerngebiet befindet sich zwischen dem Halleschen Ufer/Gitischner Str. (Norden) und der Blücherstraße (Süden) sowie zwischen Mehringdamm (Westen) und Zossener Str. (Osten). Dazu lobte der AIV-Schinkelwettbewerb einen Wettbewerb aus, der nun entschieden ist. Aus 198 Arbeiten mit insgesamt 357 Teilnehmern bestimmte die Jury 12 Preisträger mit Schwerpunkten in Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur, Konstruktiver Ingenieurbau sowie Freie Kunst. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 26.700 € vergeben.

BIBLIOTHEK DER ZUKUNFT

"Flankiert vom Waterloo-Ufer und der Zossener Straße präsentiert sich der Neubau der ZLB in einem
kompakten, freistehenden Solitär nordöstlich der AGB. Die Modifi kation seiner dreieckigen Grundform schafft einen gemeinsamen Vorplatz mit dem Bestandsgebäude und bildet einen niedrigschwelligen Haupteingang." Gesche Gerber

BIBLIOTHEK DER ZUKUNFT von David Kerrom, Luca Mathias Hupfer, HTWK Leipzig erhält den Schinkelpreis Architektur
Abb: David Kerrom, Luca Mathias Hupfer

BIBLIOTHEK DER ZUKUNFT von David Kerrom, Luca Mathias Hupfer, HTWK Leipzig erhält den Schinkelpreis Architektur
Abb: David Kerrom, Luca Mathias Hupfer

NEUE KREUZBERGER WIESE

"Durch den besonderen Umgang mit Alt und Neu, den großzügigen Grünraum auf dem Dach des Neubaus und ihrer skulpturalen Erscheinung sticht die „Neue Kreuzberger Wiese“ hervor. Mit einem Rampenkonzept interpretieren die Entwurfsverfasser die Idee des „Open Common“. Sie schaffen durch eine urbane Landschaft eine Brücke zwischen der öffentlichen Bibliothek und dem öffentlichen Raum. Gleichzeitig gehen sie äußerst respektvoll mit der AGB um." Yvonne Corinna Paul

NEUE KREUZBERGER WIESE von Aleksandra Czaj, Kinga Krawczyk, BTU Cottbus-Senftenberg erhält den 1. Diesing-Preis Architektur
Abb: Aleksandra Czaj, Kinga Krawczyk

NEUE KREUZBERGER WIESE von Aleksandra Czaj, Kinga Krawczyk, BTU Cottbus-Senftenberg erhält den 1. Diesing-Preis Architektur
Abb: Aleksandra Czaj, Kinga Krawczyk

ABZWEIGER

"In Längsrichtung ist die Brücke ein Durchlaufträger. Dabei wird eine Stütze auf die Mittelinsel gestellt, sodass die beiden Hauptfelder Stützweiten von jeweils moderaten 45 m erhalten. Je nach Spannweite hat der Querschnitt eine veränderliche Höhe von 0,9 m bis 1,80 m. Der Brückenquerschnitt besteht aus einem schmalen Stahlhohlkasten mit auskragenden Querrippen, welche die Fahrbahn tragen. Im Rampenbereich liegt der Hohlkasten mittig unter der 4 m breiten Fahrbahn. Im Hauptspannbereich addiert sich der 2 m breite Gehweg zu dem Fahrbahnquerschnitt. Hier durchdringt der Hohlkasten die Fahrbahn und liegt im Drittelspunkt der Querschnittsbreite zwischen Rad- und Gehweg. Die Torsionsbeanspruchung, die durch den asymmetrischen Querschnitt entsteht, wird durch die Krümmung der Brücke in Biegung umgewandelt, wodurch sich die Beanspruchungen reduzieren." Volker Schmid und Nicole Zahner

ABZWEIGER von Kevin Gasper, Rauk Stubbe, Christian Tewes, Hannes Voß, TU Berlin und HCU Hamburg erhält den Schinkelpreis konstruktiver Ingenieurbau
Abb: Kevin Gasper, Rauk Stubbe, Christian Tewes, Hannes Voß

ABZWEIGER von Kevin Gasper, Rauk Stubbe, Christian Tewes, Hannes Voß, TU Berlin und HCU Hamburg erhält den Schinkelpreis konstruktiver Ingenieurbau
Abb: Kevin Gasper, Rauk Stubbe, Christian Tewes, Hannes Voß

X-BERG WELLE

"Die vorgeschlagene Brücke überquert den Landwehrkanal und die Zossener Strasse in einer gestreckten S-Form. Dafür schlagen die Verfasser*innen einen flachen, offenen Stahlquerschnitt mit tragenden Brüstungen vor. Das statische System der Brücke ist ein Durchlaufträger mit unterschiedlichen Stützweiten, wobei das mittlere Feld eine Spannweite von 47 m hat. Die Brücke lagert auf V-förmigen Stützen. Mit zunehmender Stützenhöhe nimmt auch die Querschnittsbreite zu. Im Bereich der Hauptspannweite wird so Platz für den Gehweg mit 2 Treppen am Anfang und Ende der Hauptspannweiten geschaffen. Die gestalterische Durcharbeitung der V-Stützen schafft eine zusätzliche stadträumliche Qualität unter der Brücke." Volker Schmid und Nicole Zahner

X-BERG WELLE von Maximilian Gedamke, Inga Hogrefe, Katharina Ropers, HS Wismar erhält den Sonderpreis konstruktiver Ingenieurbau

X-BERG WELLE von Maximilian Gedamke, Inga Hogrefe, Katharina Ropers, HS Wismar erhält den Sonderpreis konstruktiver Ingenieurbau

CONNECT-X-BERG

"Konzeptionell schafft es der Verfasser, die Einbindung des Kerngebiets in den weiteren stadträumlichen Zusammenhang zwischen Friedrichstraße und den historischen Friedhöfe überzeugend darzustellen. Mit angemessenen Eingriffen wird die städtebauliche Heterogenität „aufgeräumt“, dadurch wird eine Fußgänger-, Radfahrer- sowie ÖPNV-freundliche Erschließung der Freiräume ermöglicht." Michael Heurich und Tom Hobusch

CONNECT-X-BERG von Markus Storch, TU Dresden erhält den Schinkelpreis Landschaftsarchitektur
Abb.: Markus Storch

CONNECT-X-BERG von Markus Storch, TU Dresden erhält den Schinkelpreis Landschaftsarchitektur
Abb.: Markus Storch

ON THE TOP

"Die Verfasserin nimmt zwei wesentliche Eingriffe vor. Einerseits erhält die ZLB als Kompensation für die Überbauung des Blücherparks einen Dachgarten mit einer grünen „Leseoase”. Sie ist vom Konzept bis zur Pflanzenauswahl durchgängig entworfen und hat das Potential, mikroklimatisch und stadtökologisch der starken Nachverdichtung entgegen zu wirken. Zum Zweiten wird die Blücherstraße auf eine Fahrradstraße reduziert. Es entstehen eigenständige, wohlproportionierte Stadträume mit vielschichtigen Atmosphären. Die Anbindung an die Friedhöfe durch kleine Platzsituationen ist geschickt gelöst." Ute Aufmkolk

ON THE TOP von Ulrike Börst, TU Dresden erhält den Sonderpreis Lanschaftsarchitektur
Abb: Ulrike Börst

ON THE TOP von Ulrike Börst, TU Dresden erhält den Sonderpreis Lanschaftsarchitektur
Abb: Ulrike Börst


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