Konstruktion und Gestalt

Symposium am 6. November 2009, Stuttgart, anlässlich des 75. Geburtstages von Jörg Schlaich

Jörg Schlaich, einer der bedeutendsten deutschen Bauingenieure unserer Zeit, feiert am 17. Oktober 2009 seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass organisiert das Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart am 6. November ein Symposium. Die Beiträge nähern sich nicht nur aus verschiedenen Perspektiven dem Beruf und dem Wirken des Bauingenieurs, sondern werfen auch einen Blick zurück auf das Arbeiten und Schaffen von Jörg Schlaich als Leiter des Instituts für Entwurf und Konstruktion II der Universität Stuttgart. Zu den Rednern gehören unter anderem die Professoren Volkwin Marg (gmp, Hamburg), Dr. Werner Sobek (Universität Stuttgart), Dr. Claus Dreyer (Fachhochschule Lippe) sowie Dr. Karl-Eugen Kurrer (Berlin). 

Jörg Schlaich, Emeritus der Universität Stuttgart sowie Gründer und Mitinhaber des Ingenieurbüros Schlaich, Bergermamm und Partner, ist weltweit für seine unkonventionellen Ingenieurbauwerke bekannt. Filigrane Fußgängerbrücken, hohe Stahltürme und aufwändige Seilnetzkonstruktionen, mit denen er architektonisches Neuland betrat, gehören zu seinen Arbeiten. Sein vielseitiges, international beachtetes Lebenswerk wurde im Dezember 2002 mit dem Siemensring, der höchsten deutschen Auszeichnung für bedeutende Persönlichkeiten der technischen Wissenschaften gewürdigt. Zu Schlaichs bekanntesten Bauwerken gehört das Dach des Münchner Olympiastadions. Hier war der Bauingenieur Co-Konstrukteur und entwickelte dann das Konzept der vorgespannten Seilnetzkonstruktion weiter. Seine Ideen wurden bei unzähligen Hallen, Sportstadien und Dächern aller Art verwirklicht.Mit dieser Technologie, die sich weltweit bei Großdächern durchsetzen konnte, hat Schlaich der deutschen Ingenieurwissenschaft international großes Ansehen verschafft. 

Innovative Ideen hat Schlaich auch auf dem Gebiet vorzuweisen, das er an der Universität Stuttgart lehrte: Dem Stahlbeton- und Spannbetonbau. So wandte er sich schon früh gegen klobig wirkende und wenig ästhetische Betonbrücken und entwarf stattdessen rund 30 filigran wirkende Fußgängerbrücken, meist mit vorgespannten Seilelementen. Aber auch Großbrücken hat er geplant, berechnet und konstruiert: So zum Beispiel die Ting Kau-Brücke in Hongkong (Fertigstellung 1999), eine Schrägkabelbrücke mit 1.177 Metern Länge mit drei Pylonen von bis zu 195 Metern Höhe und mit Hauptspannweiten von 475 und 448 Metern. Diese Brücke ist nicht nur technisch eine große Leistung, sie stellt auch ästhetisch einen neuen Maßstab im Großbrückenbau dar.

Veranstaltung: Symposium „Konstruktion und Gestalt“
Ort: Campus Vahingen der Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 7, Raum 7.03, 70569 Stuttgart
Zeit: 6. November 2009,14 bis 19 Uhr
Internet: www.ilek.uni-stuttgart.de  

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