Neubau Rosa-Luxemburg-Stiftung: Wettbewerb entschieden

Neubau der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Wettbewerb entschieden

Peter Conradi hätte sich gefreut. Der kürzlich verstorbene Architekt gehörte ebenfalls der Jury an. Er galt als der große Herr des Wettbewerbswesens. Überraschend: Die sonst bekannten Namen von Berliner Büros sind nämlich nicht dabei. Alle Preisträger sind junge Architekturbüros. „Junge Architekten haben ein Haus entworfen, das zeichenhaft ist und außergewöhnlich, aber nicht protzt“, sagt Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin und Preisrichterin.

Eigentlich waren ein erster, zweiter und dritter Platz vorgesehen. Die Jury unter dem Vorsitz der Architektin Ulrike Lauber entschied sich jedoch einen ersten Platz, zwei dritte Plätze und zwei Anerkennungen zu vergeben.

1. Preis: 54.000 €
ARGE KIM NALLEWEG Architekten und César Trujillo Moya, Architekt, Berlin

Ein 3. Preis: 20.000 €
R + S Architekten, München

Ein 3. Preis: 20.000 €
Rohdecan Architekten GmbH, Dresden

Ein 3. Preis: 20.000 €
bube, Rotterdam

Anerkennung: 9.000 €
LANKES KOENGETER Architekten, Berlin

Anerkennung: 9.000 €
laura alvarez architecture, Amsterdam

An dem offenen Wettbewerb, der im September 2015 ausgelobt wurde, haben sich insgesamt 155 Architekten beteiligt. 24 von ihnen erreichten die zweite Runde. Der Baubeginn ist für 2017 geplant. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung soll 2018 erstmals die eigenen Räume an der Straße der Pariser Kommune 8 beziehen.

Der Neubau der Rosa-Luxemburg-Stiftung soll auf dem ehemaligen Postbahnhof in Berlin-Friedrichshain gebaut werden. Hier entsteht ein neues, kreatives Stadtquartier mit Büros, Hotels, Wohnungen und Einzelhandel. Die Juryvorsitzende Ulrike Lauber lobt den Entwurf der ARGE KIM NALLEWEG Architekten und César Trujillo Moya, Architekt, Berlin: „Der Siegerentwurf von den Architekten Kim Nalleweg in ARGE mit César Trujillo Moya konnte sich als junges Büro mit neuen Ideen durchsetzen und klassische Ansätze der Moderne mit heutigen Mitteln auf eigene Art weiterentwickeln.“ Und auch Regula Lüscher ist überzeugt: „Es ist das beste Haus für die Stiftung und das beste Haus für Berlin an diesem speziellen Ort. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung erhält eine neue Wirkungsstätte, die sowohl die Offenheit und Transparenz der Stiftung widerspiegelt, als auch dem etwas rauen Charme dieses Ortes gerecht wird. Der Blick von der erhöhten Terrasse über die Dächer des Postbahnhofs und das Gleisfeld zeigt: Das Haus gehört genau hier her.“  

Die beiden Architekten schlagen eine Hochhausscheibe vor, die auf einem zweigeschossigen Sockel steht. Oberhalb des Sockels befindet sich die „kollektive Plattform“, die nach außen hin durch Fachträger mit sich kreuzenden Stützen sichtbar gemacht wird. Sie garantieren einen stützenfreien Veranstaltungsraum. Als Material wählen die Architekten Sichtbeton, Mauerwerk und Aluminium.

Im weiteren Verfahren wird es mit den vier Preisträgern zu Vergabegesprächen kommen. Welcher Entwurf den Zuschlag erhält, wird voraussichtlich im Mai 2016 entschieden.

Weitere Informationen: www.rosalux.de

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