Schon wieder Sauerbruch Hutton

„Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2015“ geht an die „Immanuel-Kirche“ in Köln-Stammheim

Der zum sechsten Mal seit 1998 vergebene „Architekturpreis Nordrhein-Westfalen“ des Bundes Deutscher Architekten, Landesverband Nordrhein-Westfalen, geht an die „Immanuel-Kirche“ in Köln-Stammheim. Die Kirche, die unter ihrem Dach auch das Gemeindezentrum beherbergt, wurde nach den Planungen des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton für die Evangelische Brückenschlaggemeinde Köln-Stammheim-Flittard im Jahr 2013 fertig gestellt.

Die Kirche mit Gemeindezentrum saugt Auszeichnungen geradezu an, in diesem Jahr wurde sie mit dem Deutschen Holzbaupreis ausgezeichnet, dem Deutschen Architekturpreis,dem Kölner Architekturpreis bereits 2014

Die Jury unter dem Vorsitz der Weimarer Architektin Antje Osterwold urteilte:

„Die Setzung des Kirchenkubus fast tangential an der vorhandenen gerundeten Baumreihe erzeugt eine städtebauliche Konfiguration, die Raum für Begegnung schafft. Durch die Art und Weise, wie der Eingang und die darüber liegende Empore in den Außenraum hineinreichen, wird dieser wie selbstverständlich mit dem Kirchenraum in Verbindung gebracht und somit ein Angebot an das Quartier gemacht, wie es nur selten bei öffentlichen Bauten gelingt. Im Kircheninneren erzeugt die sinnliche Wahrnehmung des Duftes und der weichen Oberfläche des verarbeiteten Holzes eine komplexe atmosphärische Situation. Gekonnt unterstützt durch den Lichteinfall von oben und die subtile Farbgestaltung der Chorwand, werden die Bemühungen um die Schaffung eines wirksamen Andachtsraums gewiss nicht erfolglos sein.“

Der Preis wurde am 3. November 2015 vom Landesvorsitzenden des BDA NRW, Peter Berner, gemeinsam mit dem Nordrhein-Westfälischen Bauminister Michael Groschek, Schirmherr des Architekturpreises, in einer festlichen Veranstaltung in Düsseldorf verliehen.

„Dieses Projekt ist nicht nur ein Beispiel herausragender Architektur, sondern zeigt auch, welchen positiven Einfluss bürgerschaftliches Engagement auf die Entwicklung eines Quartiers haben kann – schließlich wurde der Neubau zu einem Zehntel aus Spendengeldern der Gemeindemitglieder finanziert“, sagte Bauminister Michael Groschek. „Ein solches Engagement ist heute mehr denn je unsere wichtigste gesellschaftliche Stütze, egal, ob es um den Erhalt des Quartiers geht, die Hilfe für benachteiligte Menschen oder das Willkommenheißen von Flüchtlingen.“

Zur Teilnahme an dem Wettbewerb hatten sich 48 Projekte aus ganz NRW qualifiziert, die 2014 in 16 vorgeschalteten regionalen Verfahren prämiert worden waren. Neben dem Preis wurden neun Auszeichnungen verliehen. Preis und Auszeichnungen sind nicht dotiert. Die Architekten erhalten eine Urkunde, die Bauherren eine Plakette zur Befestigung an dem Bauwerk.

Die Arbeiten sind in einem Katalog dokumentiert, der unter dem Titel „Baukultur in NRW 2016“ im Verlag der Buchhandlung König, Köln, erschienen ist.

Jury

Die Jury des Architekturpreises Nordrhein-Westfalen wird vom Landesvorstand berufen. Sie besteht aus mindestens drei Architekten, deren Büro und Wohnsitz außerhalb Nordrhein-Westfalens liegt, einem Architekturjournalisten oder –publizisten und einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.

2015 setzt sich das Preisgericht, das am 21. August 2015 tagt, wie folgt zusammen:

1. Antje Osterwold, Architektin BDA, Weimar
2. Prof. Roger Riewe, Architekt, Berlin/Graz
3. Oliver Thill, Architekt, Rotterdam
4. Michael von der Mühlen, Stadtplaner, Staatssekretär im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW
5. Laura Weißmüller, Journalistin, München
sowie Harald Wennemar, stellvertretender Vorsitzender des BDA NRW, Düsseldorf (ohne Stimmrecht)

Architekturpreis „Große Nike“ des BDA Bundesverbandes

Die Preisträger des Architekturpreises NRW werden vom BDA Landesverband NRW zur Teilnahme am Architekturpreis „Große Nike“ des BDA Bundesverbandes nominiert, der alle drei Jahre ausgelobt wird.

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