Young Talent Architecture Award

Young Talent Architecture Award 2018 - Fundació Mies van der Rohe

Ein Deutscher unter den 4 Gewinnern

und die Sieger heißen ...

Hendrik Brinkmann: Fakultät Gestaltung,Universität der Künste in Berlin
Julio Gotor Valcárcel:
Madrid School of Architecture, Polytechnic University of Madrid
Matthew Gregorowski:
The Cass Faculty of Art Architecture & Design London Metropolitan University
Loed Stolte:
Faculty of Architecture and the Built Environment, Delft University of Technology

Die Preisverleihung findet am 20. September im Palazzo Mora in Venedig statt, mit einer Debatte über freien Raum, Erziehung und Erbe, an der die Sieger zusammen mit jungen und renommierten Architekten teilnehmen.

Die Jury wies darauf hin, dass alle vier Sieger äußerst fundierte Arbeiten vorgelegt hatten, in denen eine ganze Reihe von Fragen aufgegriffen werden. Jedes Design stellt eine klare Position dar, die den Beginn von höchst interessanten beruflichen Laufbahnen erahnen lassen. Die Arbeiten der Finalisten zeigen auch, dass Architektur von Natur aus zukunftsweisend ist und jedes dieser Projekte stellt eine Art Vision dar, die zeigt, wie man beginnen könnte, für die Zukunft zu arbeiten.

Die Jury unterstrich auch, dass die Entwürfe eine implizite gesellschaftliche und kulturelle Relevanz haben, die je nach der Persönlichkeit verschieden dargestellt ist. Aus den von jedem Autor vorgelegten Argumenten ist auch erkennbar, wie jeder von ihnen Architektur und das gesellschaftliche Umfeld auf eigene Weise versteht.

Die jungen Talente

Hendrik Brinkmann, Absolvent der Fakultät Gestaltung (Universität der Künste in Berlin) für sein Projekt “Neue Bau|akademie Berlin - a club for the former & future architecture”.

Das Projekt leistet einen Betrag zur gegenwärtigen Debatte über die Zukunft des Programms und der Architektur der Bauakademie in Berlin. Mit der Arbeit an der Wiedererichtung stellen sich eine Reihe von Fragen, die weit komplexer sind als die typischen Designprobleme, denn bei allen Entscheidungen muss das ehemalige Gebäude mit in Betracht gezogen werden: auch wenn es längst nicht mehr steht, so ist es doch noch in lebhafter Erinnerung.

Nach Ansicht der Jury hat sich der Autor hier ein rethorisches Projekt vorgenommen, es werden Fragen aufgeworfen, die Engagement erfordern und gesellschaftliche und kulturelle Relevanz haben.

Julio Gotor Valcárcel, Absolvent der Madrid School of Architecture (Polytechnic University of Madrid) für sein Projekt “Perdido (Lost) - P.R.U.S. of Madrid”).

Der P.R.U.S. von Madrid ist der Plan zur Wiederherstellung der unterirdischen Räume der Madrider U-Bahn. Ziel dieses Projektes ist es, diese vergessene und verborgene Landschaft zu öffentlichen Räumen zu machen. Das Projekt umfasst die anfängliche Recherche, die Entwicklung eines Plans zur Wiederherstellung bereits bestehender Räume und den Entwurf eines neuen Netzwerkes von Zugängen und Verbindungen der urbanen Landschaften.

Die Jury betonte, dass dieses Projekt gleichzeitig auf verschiedenen Ebene arbeitet: der urbane Bereich, die Infrastruktur und auch die Tektonik werden durch das Experimentieren mit dem Architektursystem angeschnitten.

Matthew Gregorowski, Absolvent der The Cass Faculty of Art, Architecture & Design (London Metropolitan University) für sein Projekt “Deplorable Framework”

Das Projekt ist ein Vorschlag für eine holistische Neuerung der britischen Landschaft. Durch die Schaffung eines großen, neuen Waldes wird die Landschaft des Peak-District-Nationalparks und der darin liegenden Strukturen neu gestaltet. Wenn das menschliche Eingreifen sichtbar wird, emanzipiert sich unser Eindruck von Natur und entfernt sich von einem einfältigen Schönheitskonzept.

Die Jury war beeindruckt von der Komplexität der Post-Brexit Situation und wie der Autor dieses starke Konzept bewältigt, um sich der neuen Situation zu stellen.

Loed Stolte, Absolvent der Faculty of Architecture and the Built Environment (Delft University of Technology) für sein Projekt “The Bank of England: a dialectical project”.

Das Projekt ist kritisch inspiriert von John Soane’s legendärem „ruin-esquem“ Bau der Bank of England und nimmt explizit die architektonische Dialektik von Ruine und Konstruktion, von Außen und Innen und von wahrer Öffentlichkeitsorientiertheit und institutioneller Macht auf.

Die Jury war von der Originalität dieses Projektes überrascht, ein intellektuelles Werk mit extrem solider Basis: Ruin, Geld, Bank. Die Zeichnungen sind beeindruckend und werden durch eine schriftliche Ausarbeitung ergänzt, die diesen in nichts nachsteht.

Stimmen zum Award

Themis Christophidou, Generaldirektorin für Bildung, Jugend, Sport und Kultur der Europäischen Kommission: “Es ist wirklich außerordentlich zu sehen, dass gerade im Europäischen Jahr des Kulturerbes die 4 Sieger des YTAA an dem Thema Erbe gearbeitet haben. Eine Architekturausbildung, die das Erbe mit einschließt, ist für die Zukunft Europas von höchster Bedeutung. In der Vergangenheit wurden die Begriffe Erbe und Gegenwart als Gegensätze gesehen, heute jedoch sind sie eng miteinander verbunden. Themis Christophidou, Generaldirektorin für Bildung, Jugend, Sport und Kultur der Europäischen Kommission".

Georg Pendl, Präsident des Architects’ Council of Europe: “Der ACE ist mit den ersten Ergebnissen der neuen Zusammenarbeit mit dem YTAA sehr zufrieden. Die Unterstützung von Talenten der nächsten Generation ist eines der Hauptanliegen unseres Berufszweiges. Denn damit wird unsere Rolle bei Planungprozessen und in der Gesellschaft erhalten und gefördert." Georg Pendl, Präsident des Architects’ Council of Europe".

Oya Atalay Franck, Präsident des Europäischen Verbandes für Architekturausbildung: “Die kritische Debatte wenn es um Fragen des Erbes geht und seine Bedeutung für das Aussehen der Städte von heute ist der Schlüssel zur Planung der bebauten Umwelt mit Hinsicht auf kulturelle, gesellschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit. Diese preisgekrönten Projekte lassen uns viel erwarten von einer Generation talentierter Architekten, die sich dieser Verantwortung stellen und ihr Engagement als Architekten ernst nehmen". Oya Atalay Franck, Präsident des Europäischen Verbandes für Architekturausbildung.

Young Talent Architecture Award (YTAA)

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