Wettbewerb MesseCity Köln entschieden

Gewinnerbüro ASTOC Architects and Planners, Köln, gibt Auskunft zu einem nicht ganz unumstrittenen Projekt

Bereits am 1. Februar 2011 hatte der Kölner Stadtrat seine Vergabeentscheidung für das Grundstück zwischen dem Bahnhof Messe-Deutz und dem Eingang Süd der Koelnmesse, auf dem die neue MesseCity Köln entstehen soll, getroffen. Das städtebauliche Konzept wurde vom Kölner Büro ASTOC Architects and Planners entwickelt. Auf Basis dieses städtebaulichen Konzepts wird die Stadt Köln ein Bebauungsplanverfahren einleiten. Danach können konkrete Bauanträge gestellt und nach Genehmigung umgesetzt werden. Die Realisierung des für Köln städtebaulich äußerst bedeutsamen Entwicklungsprojekts – der Baubeginn ist für 2013 angepeilt – rückt damit näher. Das architektonische Erscheinungsbild der einzelnen Gebäude soll in einem Architekten-Wettbewerb ermittelt werden.

Das ist die nüchterne Meldung für ein Ereignis, das es in sich hat: Die Stadt Köln, seit langem darum bemüht, ihre „Schäl Sick“, also die Deutzer Rhein- und Stadtseite aufzuwerten, hat nun einen konkreten Schritt vorwärts getan. Und während noch über das Ergebnis eines Workshops nachdacht wird, den fünf Architektenteams aus Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner Anfang Dezember 2010 in Köln für die Gesamtvision der  „schlechten Seite“ präsentierten, ist für die so genannte MesseCity der Würfel gefallen. Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte ebenfalls mit Workshopergebnissen, Bürgerbeteiligung (oder wenigstes Anhörung), es gab einen Rückbau des hier im Abseits stehenden Barmer-Wohnviertels, es gab schließlich den Wettbewerb und seit ein paar Wochen den Gewinnerentwurf von ASTOC. Die Kölner sind hier mit den Entwicklern von Strabag und ECE ins Rennen gegangen.

Die bauliche Ausnutzung des Grundstückes wurde auf maximal 136.000 m² BGF festgelegt. Abgesehen von Flächen-, Nutzungs- und Höhenbeschränkungen wird den Investoren kaum eine Vorgabe gemacht, dennoch mussten sich die Käufer dazu verpflichten, mindestens fünf Architekten mit der Erarbeitung eines Bebauungsvorschlages zu beauftragen; und zwar unverzüglich. Dabei darf die Stadt Köln selbst zwei Architekten benennen, die ihre Entwürfe einreichen. Die Entscheidung, welchem städtebaulichen und architektonischen Konzept am Ende der Zuschlag erteilt wird, liegt letztlich beim Auftraggeber; das ist neu in Köln.

Mit der Realisierung der MesseCity entsteht in unmittelbarer Nähe zum Deutzer Rheinufer das neue "Tor zur rechtsrheinischen Innenstadt". Das Gelände grenzt unmittelbar an die Kölnmesse, an den ICE-Bahnhof Köln-Deutz und an die neuen, modernen Bürostandorte in Deutz mit dem Sitz der Lufthansa, HDI-Gerling und RTL. Auf dem Gelände können rund 135.000 m² Brutto-Geschossfläche mit Büronutzung etc. realisiert werden.

Auf Nachfrage im Büro ASTOC zum ganzen Verfahren, seinen städtebaulichen wie seinen wirtschaftlichen Implikationen antwortete uns der Geschäftsführende Gesellschafter, Peter Berner.

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