Vier mal Architektursommer

Darmstadt, Wiesbaden, Offenbach und Frankfurt a. M. zeigen, was sie architektonisch zu bieten haben

Eine Einladung zum Entdecken, zum Austausch und zur Mitgestaltung soll er sein, der Architektursommer, der, wie ich glaube, in Hamburg erfunden wurde, dort allerdings vor zwei Jahren zum letzten Male stattfand. Es gibt weitere Arch-Som in Dresden (in diesem Jahr findet er nicht statt), in Darmstadt und Sachsen (die beide den Sommer 2010 im Herbst und Winter enden ließen!) und aktuell einen in Hessen, den die vier Großstädte der Region gemeinsam ins Leben gerufen haben.

Keine der üblichen Werkschauen, sondern gemeinsames Erleben steht von April bis September bei mehr als 220 Veranstaltungen in Darmstadt, Wiesbaden, Offenbach und Frankfurt im Mittelpunkt. Unter der Leitidee „ Wohn Raum Stadt“ finden während des Architektursommers Workshops wie „Aquarellieren auf Marktplatz und Mathildenhöhe“ in Darmstadt, Vorträge wie „Ausgezeichnet - Wir bauen Frankfurt!“ statt, in Wiesbaden gibt es unter anderem eine Schifffahrt mit Vortrag („Wiesbaden am Rhein – Den Fluss in die Stadt zurückholen“) oder in Offenbach eine Veranstaltung für Kinder „Phantasiehäuser“. Das Programm aus Ausstellungen, Führungen, Vorträgen, Workshops und Symposien ist vielfältig, kostet keinen Eintritt und macht Architektur für alle Bewohner der Rhein-Main-Region erlebbar.

„Wohn Raum Stadt“ ist Leitidee und zugleich Herausforderung des diesjährigen Architektursommers, die jede der vier Städte anders beleuchten wird. Die jeweiligen Schwerpunkte sind unterschiedlich: Während es in Frankfurt beim Thema Wohnen um das Thema Nachverdichtung gehen wird und beispielsweise Visionen für die bestmögliche Nutzung des knappen Raums entwickelt werden (Hochhäuser!), erweitert Darmstadt die Leitidee um den öffentlichen Raum, dort wird es unter anderem das Festival „Stadtfinden“ mit Stadtrauminszenierungen geben.

Alle Akteure wollen mit dieser Sommeraktion, die im kühlen Frühling startet, die Konkurrenz innerhalb der Region abbauen, um sich international besser behaupten zu können. „Wenn es gelänge, die Debatte in die Bürgerschaft zu tragen und einen Austausch zu initiieren, wäre das ein Riesenschritt für die Region“, betont Dr. Helmut Müller, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden. Für ihn wurde die IBA zum falschen Zeitpunkt diskutiert (2008/2009), „aber“, so Müller, „wir sehen, dass die Region viel zu bieten hat und nur über gemeinsame Projekte kann sich eine gemeinsame Identität entwickeln.“ Einig sind sich alle, dass der Architektursommer Appetit machen soll auf mehr, bestenfalls auf eine Internationale Bauausstellung Rhein Main, die mit neuen Ideen national und international neue Impulse setzen könnte und die Region weiter zusammenführt. Die erste IBA in Deutschland hatte 1901 Großherzog Ernst Ludwig initiiert, in Darmstadt. Be. K.

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