Mies van der Rohe Award 2015 vergeben

Die Stettiner Philharmonie von Barozzi/Veiga (Alberto Veiga und Fabrizio Barozzi) in Zusammenarbeit mit Studio A4 sind die Gewinner des „Preises der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015

Die Stettiner Philharmonie, so die Europäische Kommission und die Foundation Mies van der Rohe am 8. Mai in Barcelona, ist die Gewinnerin des Preises der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015. Der Emerging Architect Preis geht an das katalanische Studio ARQUITECTURA-G für seine Arbeit Luz Haus, ein Einfamilienhaus, das auf den Umbau einer bestehenden Struktur in dem spanischen Ort Cilleros zurückging. Der Festakt fand am 8. Mai 2105 im Mies van der Rohe Pavillon in Barcelona statt.

Die Preisträger wurden aus einer Liste von 420 Arbeiten aus 36 europäischen Ländern ausgewählt. In der Endrunde standen fünf Finalisten: Das Kunstmuseum Ravensburg von Lederer Ragnarsdóttir Oei, das Dänische Maritime Museum in Helsingør von BIG - Bjarke Ingels Group, das Weingut Antinori in Bargino-San Casciano Val di Pesa, Florenz, von Archea Associati, die Stettiner Philharmonie von Barozzi/Veiga und das Saw Swee Hock Student Centre - London School of Economics in London von O’Donnell + Tuomey.

Jens Nymand Christensen, stellvertretender Generaldirektor für Bildung und Kultur der Europäischen Kommission, und Xavier Trias, Bürgermeister von Barcelona, übergaben den Gewinnern die Preise in Höhe von 60.000 € (erster Preis) bzw. 20.000 € (Emerging Architect). Außerdem erhielten die Gewinner eine Skulptur des spanischen Künstlers Xavier Corberó, und die Finalisten und Bauherren wurden mit einer Medaille für ihren Einsatz für Architektur auf höchstem Qualitätsniveau auf europäischem Gebiet anerkannt.

Die von Barozzi/Veiga (Alberto Veiga und Fabrizio Barozzi) in Zusammenarbeit mit Studio A4 entworfene Stettiner Philharmonie birgt eine Konzerthalle mit Raum für 1000 Zuschauer, einen Kammermusiksaal für 200 Zuschauer, einen Multifunktionsraum für Ausstellungen und Vorträge sowie ein großzügig gestaltetes Foyer. In seiner Körperlichkeit wird das Gebäude als Leuchtelement wahrgenommen: So weist die von innen beleuchtete Glasfassade unterschiedliche Empfindungen auf. Die äußere Nüchternheit und der schlichte Aufbau der inneren Durchgangsräume stehen im Kontrast zu dem ausdrucksstarken Hauptsaal und dem mit Gold getäfelten Konzertraum.

 

Hintergrund

Der Architektursektor gehört zu den Grundpfeilern der kreativen und Kulturszene Europas. Er beschäftigt mehr als eine halbe Millionen Menschen direkt und über 12 Millionen in der Baubranche. Architektur trägt als Teil des kulturellen und schaffenden Sektors mit 4,5 % zum BIP der Europäischen Union bei. Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award hebt den Stellenwert der europäischen Architekten für den Fortschritt neuer Ideen und Technologien im modernen, städtischen Umfeld hervor. Seit seiner Präsentation 1987 hat sich der vom Kulturprogramm der EU und der Mies van der Rohe Stiftung geförderte Preis zu einer der renommiertesten Auszeichnungen der europäischen Architektur entwickelt. Er wird alle zwei Jahre für Arbeiten vergeben, die in dem vorhergehenden Zeitraum abgeschlossen wurden.

Die für die Auszeichnung nominierten Arbeiten werden von unabhängigen Fachleuten, Mitgliedern des Europäischen Architektenrates, nationaler Architektenverbände und dem Beratungsausschuss vorgeschlagen.

Der Preis huldigt mit seiner Namenswahl Ludwig Mies van der Rohe, einem der Vorreiter der modernen Architektur des 20. Jh. Zu seinen emblematischsten Arbeiten gehören der deutsche Pavillon der Internationalen Weltausstellung von 1929 in Barcelona, die Tugendhat Villa in Brünn, das Seagram Building in New York und die Neue Nationalgalerie Berlin.

Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award zeichnet hervorragende Arbeit aus und soll Architekten ermutigen, außerhalb ihrer Landesgrenzen tätig zu werden und so im Sinne der Europäischen Strategien 2020 an einem stärkeren und kreativeren Europa mitzuwirken.

Die Mitglieder der Jury für die Preisverleihung 2015 waren:

Cino Zucchi, Vorsitzender der Jury und Direktor von Cino Zucchi Architetti, Mailand; Margarita

Jover, Direktorin von Alday Jover Architecture and Landscape, Charlottesville und Barcelona;

Lene Tranberg, Direktor von Lundgaard & Tranberg, Kopenhagen;

Peter L. Wilson, Direktor von Bolles + Wilson, Münster;

Xianging Li, Prodekan des Instituts für Architektur und Stadtplanung, Tongji Universität, Schanghai;

Tony Chapman, Präsident von RIBA Awards, London und

Hanjörg Mölk, Geschäftsführer von MPreis, Völs, Tirol.

 

Als nicht stimmberechtigte Sekretärin trat die Direktorin der Mies van der Rohe Stiftung, Giovanna Carnevali, auf, und koordiniert wurde der Preis von Ivan Blasi.

Frühere Preisträger:

2013 Harpa - Reykjavík Concert Hall & Conference Centre, Reykjavík

Henning Larsen Architects / Peer Teglgaard Jeppesen, Osbjørn Jacobsen

Studio Olafur Eliasson / Olafur Eliasson

Batteríid architects / Sigurður Einarsson

2011 Neues Museum, Berlin

David Chipperfield Architects / David Chipperfield, in collaboration with Julian

Harrap

2009 Norwegian National Opera & Ballet, Oslo

SNØHETTA / Kjetil Trædal Thorsen, Tarald Lundevall, Craig Dykers

2007 MUSAC Contemporary Art Museum of Castilla y León, Leon

Mansilla+Tuñón Arquitectos / Luis M. Mansilla, Emilio Tuñón

2005 Netherlands Embassy, Berlin

OMA / Rem Koolhaas, Ellen van Loon

2003 Car Park and Terminus Hoenheim North, Strasbourg

Zaha Hadid Architects / Zaha Hadid

2001 Kursaal Centre, San Sebastian

Rafael Moneo

1999 Kunsthaus Bregenz, Bregenz

Peter Zumthor

1997 Bibliothèque nationale de France, Paris

Dominique Perrault

1994 Waterloo International Terminal, London

Nicholas Grimshaw & Partners / Nicholas Grimshaw

1992 Municipal Sports Stadium, Badalona

Esteve Bonell, Francesc Rius

1990 Stansted Airport, London

Norman Foster+Partners / Norman Foster

1988 Banco Borges e Irmão, Vila do Conde

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