Jetzt an beide

Das Berliner Architektenpaar Sauerbruch Hutton erhält den Gottfried Semper Architekturpreis 2013

Das Kuratorium des Gottfried Semper Architekturpreises aus Vertretern der Sächsischen Akademie der Künste, der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und des Energieunternehmens Vattenfall hatte am 29. August 2013 bekannt gegeben, dass der Architekt Matthias Sauerbruch zum Preisträger des Gottfried Semper Architekturpreises 2013 bestimmt worden war. Das gibt auch ein paar Tage durch, dann kam die Meldung, dass die Sächsische Akademie der Verwunderung Matthias Sauerbruchs Rechnung getragen habe und den Preis nun an beide Büropartner verleihen wird. Sauerbruch hatte laut nach gefragt, wieso denn die Auszeichnung für ein Werk nicht ebenfalls an den Werkmitschöpfer, in diesem Falle Louisa Hutton gehe. Die Akademie hatte sich in einer ersten Reaktion auf ihre Satzung berufen, in welcher der Preis immer nur an eine Person verliehen werden kann.

Dort, in der Satzung heißt es dann auch, dass mit dem Gottfried Semper Architekturpreis eine bundesweit ausgewiesene Architektenpersönlichkeit gewürdigt wird, deren Werk (!) sich durch besondere Qualitäten nachhaltigen Bauens auszeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Sächsischen Akademie der Künste mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG (Stifter) vergeben und ist mit 25000 € dotiert. Und wird wohl in Zukunft nicht mehr nur einer Person verliehen werden.

Sauerbruch Hutton ist international für seinen ganzheitlichen Planungsansatz in der Behandlung städtebaulicher, hochbaulicher und gartenarchitektonischer Aufgaben bekannt und stellt eines der profiliertesten Architekturbüros Deutschlands dar. Seine Bauten fügen sich in die Stadtlandschaft, die sie durch ihre markante Farbigkeit, organische Grundrisse und geschwungene Fassaden bereichern.

Die Verleihung des Gottfried Semper Architekturpreises 2013 findet mit einer Werkausstellung der Preisträger am 28. Oktober 2013 auf Schloss Wackerbarth in Radebeul statt.

Matthias Sauerbruch

Geboren 1955 in Konstanz | 1977 - 1984 Hochschule der Künste, Berlin; Werkarchitekt, Diplom | 1982 - 1984 Architectural Association School of Architecture, London; AA Diplom | 1989 Gründungspartner Sauerbruch Hutton, London und Berlin | 1995 - 2001 Professur am Lehrstuhl für Baukonstruktion und Entwerfen, Technische Universität Berlin | 2001 - 2007 Professur am Lehrstuhl für öffentliche Bauten und öffentliche Räume, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart | 2007 Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen | seit 2008 Gastprofessur, Harvard Graduate School of Design, Cambridge, MA | seit 2009 Fellow am Institute for Urban Design, New York | seit 2010 Kuratoriumsmitglied der Stiftung Bauhaus Dessau.

Bauten u.a.

Museum Brandhorst, München | Umweltbundesamt, Dessau | ökologisches Stadtviertel low2no, Helsinki | ADAC-Zentrale, München | KfW Westarkade, Frankfurt | Stadtsparkasse, Oberhausen | Experimentelle Fabrik, Magdeburg | GSW Hauptverwaltung, Berlin | Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg | Photonikzentrum, Berlin

Auszeichnungen u.a.
1998 Fritz-Schumacher-Preis für Architektur| 1999, 2005 Deutscher Architekturpreis | 1999, 2002, 2003, 2004, 2006 RIBA Award | 2002 World Architecture Awards | 2003 Erich-Schelling-Preis für Architektur | 2006 Holzbaupreis | 2010 International Honour Award für nachhaltiges Bauen | 2011 Energy Performance + Architecture Award

Publikationen u.a.
Sauerbruch, M. & Hutton, L. (2012). Sauerbruch Hutton. Colour in Architecture. Berlin: Distanz Verlag.
Andere Autoren:
Di Meo, E. (2011). Signs and Contexts for Urban Regeneration. Mailand: Intermedia.
Rave, R. (2009). Modern Architecture in Berlin. Berlin: Edition Axel Menges.
Tan, J. (2011). Colour Hunting. Amsterdam: Frame Publishers.

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10/2013

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