TU Kaiserslautern: Gemeinschaftsgebäude in Flüchtlingsunterkunft

Gemeinschaftsgebäude in Flüchtlingsunterkunft

Studierende der TU Kaiserslautern bauen innerhalb von 6 Wochen ihren Entwurf

Studierende der TU Kaiserslautern werden einen im Sommersemester erarbeiteten Entwurf auf einem ehemaligen Kasernengelände in Mannheim realisieren. „16 Studierende haben innerhalb eines Semesters Entwürfe für einen Holz-Pavillon erarbeitet, der in einer Flüchtlingseinrichtung in Mannheim gebaut werden soll“, sagt Juniorprofessor Andreas Kretzer, der an der TU Kaiserslautern zu Digitalen Werkzeugen in der Architektur lehrt und forscht. Gemeinsam mit seinen Kollegen Juniorprofessor Stefan Krötsch und Professor Dr. Jürgen Graf betreut er das studentische Vorhaben.

„Die Projektarbeit verlief analog zu einem Architekturwettbewerb“, so Kretzer weiter. „Zunächst wurden aus 16 Arbeiten fünf Entwürfe ausgewählt, um daran vertieft zu arbeiten.“ In einer finalen Jurysitzung mit Vertretern des Landes Regierungspräsidiums Karlsruhe und der Stadt Mannheim wurde das beste Gemeinschaftsgebäude ausgwählt, an dem danach gemeinsam weiter gearbeitet wurde. Inzwischen ist die Planung abgeschlossen. In den kommenden Wochen wird auf dem Kasernengelände gebaut.

Der Holz-Pavillon wird in einer Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Spinelli Barracks gebaut. Er soll zum einen als Ort für Zusammenkünfte dienen. So gibt es zum Beispiel einen Platz, an dem Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden können. Zum anderen soll es auch ein Ort des Rückzugs und der Stille sein. In Vorgesprächen wurden Bedürfnisse ausgearbeitet. „In Gesprächen mit Flüchtlingen kristallisierte sich unter anderem heraus, dass ihnen ein Ort fehlt, um Ruhe zu finden“, berichtet Kretzer. So hat der Pavillon auch einen Garten als Rückzugort, in den man nur über zwei schmale Zugänge gelangt. Um das Gefühl der Einkehr zu verstärken, wird der Garten nach außen von einer durchlässigen Holzwand begrenzt. „Die Gestaltung von Wänden und Tragwerksteilen nimmt Anleihen an orientalischen Ornamenten“, so Kretzer. „Diese bestimmten Bauteile sind nicht hermetisch geschlossen. Sie filtern den Blick und schaffen Bezüge zwischen Innen und Außen.“ Im ganzen Pavillon sind außerdem 24 tiefe Sitznischen vorhanden.

Bei dem Projekt beriet Prof. Stefan Krötsch die angehenden Architekten und ihre Betreuer. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Hermann Kaufmann an der TU München war Krötsch an mehreren studentischen Bauprojekten in Afrika beteiligt.

Für die Studierenden der TU Kaiserslautern waren die letzten Monate sehr arbeitsintensiv. „Sie mussten in kürzester Zeit ihre Projekte entwerfen, in 3D-Visualisierungen darstellen und überzeugend präsentieren. Das ist vor allem für die jüngeren Studierenden eine besondere Herausforderung und wurde von allen Teilnehmern sehr gut gemeistert“, lobt Professor Kretzer.

Im Unterschied zum typischen Studentenentwurf endet das Projekt jedoch nicht an dieser Stelle: Das besondere Lehrformat „design-build“ an der TU Kaiserslautern bietet im Rahmen des Architektur-Studiums die Möglichkeit, ein Projekt von Anfang bis Ende zu begleiten.


Weitere Informationen: design-build.space

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