Exzellenz in der Lehre

KasBaH-Gästehäuser der Universität Kassel ausgezeichnet

Als in vieler Hinsicht beispielhaft wurde das an der Kunsthochschule Kassel der Universität Kassel initiierte Gästehäuser- Projekt KasBaH ausgezeichnet. Der erste Projektpreis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre im Umfang von 150.000 € ging an das Frankfurter Projekt "Uni goes UNO", in dem Studierende diplomatische Verhandlungen in verschiedenen Organen der Vereinten Nationen simulieren. Den mit 100.000 € dotierten zweiten Projektpreis erhielten jetzt Prof. Jakob Gebert, Carmen Luippold, Liane Sorg und Miriam Aust als Initiatoren von KasBaH (Kassel-Basel-Helsinki-Gästehäuser). Der dritte Projektpreis im Umfang von 50.000 Euro kam dem Kasseler Projekt "Bisebs" zugute, das Studierenden der Wirtschaftswissenschaften einen strukturierten Einstieg in die Wirtschaftsinformatik bietet.

Ausgelobt wird der Preis vom Land Hessen und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung seit 2007. Er ist insgesamt mit 375.000 Euro dotiert und wird an drei Projekte, eine Einzelperson sowie an ein studentisches Tutorium verliehen.

Gemeinsam mit Produktdesign-Studierenden der Kunsthochschule sowie mit ihren Partneruniversitäten Basel und Helsinki entwickelte das Team um Prof. Gebert zur documenta 12 im Jahr 2008 vier Gästehäuser. Jenseits des alltäglichen Hotel- und Jugendherbergsbetriebes boten diese temporären Unterkünfte in der Kasseler Karlsaue nicht nur außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten an, sondern hinterfragten gewohnte Lebensgewohnheiten und stellten planerische sowie gestalterische Möglichkeiten zur Diskussion. Im Rahmen dieses Projekts konnten die Studierenden individuelle Ansätze entwickeln und ihr eigenes Kompetenzprofil erarbeiten. Die Studierenden lernten mit großer persönlicher Verantwortlichkeit das Erforderliche, um jenseits aller Spezialisierung in ihrem Fach zu reüssieren.

Besonders spannend für die Studierenden war, an allen verschiedenen Schritten bis zur Verwirklichung der vier Gästehäuser mitzuwirken: von der Planung, der Finanzierung, der Baugenehmigung, dem Bau, der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Bewirtschaftung. Gerade Produktdesignern vermittelt dies einen Einblick in die verschiedenen Berufs- und Lebenswelten; die Rolle des Designers wird durch gezielte Rollenwechsel erweitert und in einen Zusammenhang gestellt - so lernen die Studierenden in dieser Komplexität und mit großer persönlicher Verantwortlichkeit genau das Erforderliche, um in ihrem Fach erfolgreich zu sein. Besonders hervorzuheben ist, dass es keine Spezialisierung gab: Jeder Studierende hat sich allen Aufgaben gestellt.

Internet: www.uni-kassel.de

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