Elbphilharmonie

Elbphilharmonie wiederbesucht

Ein Besuch vor der offiziellen Eröffnung des Konzert-/Hotel-/Wohnhauses auf dem Kaispeicher hoch über der Elbe

Am 11. und 12. Januar 2017 ist es wirklich so weit: Das Konzerthaus „Elbphilharmonie“ eröffnet mit einem Konzert. Nicht irgendeinem, es wird eine Art Staatsakt, der Bundespräsident gibt der Hansestadt die Ehre. Trotz aller Kostenexplosionen, die allerdings, verglichen mit denen bei dem einen oder anderen Hauptstadtprojekt eher verkraftbar erscheinen.

Am 4. November 2016 wurde bereits die „Plaza“ genannte Zwischenschicht zwischen ertüchtigtem Kaispeicher und gläsernem Aufbau der Öffentlichkeit übergeben, ein Termin, an dem neben manchem Stadtoberen auch die Architekten anwesend waren. Pierre de Meuron und Jacques Herzog erläuterten, gaben Interviews. Allen konnte man ansehen: Erleichterung und vielleicht auch eine gewissen Müdigkeit. Heute nun konnte noch einmal eine kleine Presseführung organisiert werden, für alle diejenigen, die am 4. November nicht dabei sein konnten. Oder für die, die noch nicht alles gesehen hatten. Den kleinen Saal beispielsweise, an dem zurzeit noch heftig gearbeitet wird: die Wände werden in Teilbereichen vertikal um ca. 10 Grad verdreht. Wegen akustischer Optimierung.

Im Januar-Heft, also dann, wenn der Bau nun seinem Nutzen und Gebrauch insgesamt übergeben wird, dann gibt es einen längeren Text zu Geschichte und Kuriosem, zu Hintergründen und Fakten. Zum Beispiel dem Faktum, dass es einfach nicht wahr ist, dass der Verzicht der Hamburger Lehrer auf einen Teil ihres Weihnachtsgeldes dem Kostendesaster des Konzerthauses geschuldet sei. Gewiss scheint zu sein, dass die Zahl, die die Höhe der Baukosten für die Elbphilharmonie kennzeichnet, sich weniger einbrennen wird ins kollektive Gedächtnis, als der Faktor, um den die Baukosten explodierten: Faktor 10. Tatsächlich ist es aber nur das 2,8fache ... auch nicht schlecht! Be. K.

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