EZB-Bank Frankfurt

Ein Baustellenbesuch mit dem Architekten und Ingenieuren

Die EZB hatte eingeladen: Zum 2. Fassadenseminar nach Frankfurt am Main. Die Presse war eingeladen, nicht die Architekten, die vielleicht sonst zu solcherart Seminaren eingeladen werden und dafür Punkte von der Kammer erhalten; Weiterbildungspunkte. Doch auch wenn der Vertreter der EZB und der Gastgeber, der Architekt und Projektmanager Thomas Rinderspacher, in dieser Richtung launig die anwesende Presse unterhielt: von trockener Seminaratmosphäre keine Spur.

Und natürlich ging es - zwar auch, aber dann doch nur am Rande - um die Fassadentechnik, die, wie alle Beteiligten versicherten, innovativ und damit auch wohl vorbildlich sei. Einfachverglasung oder Doppelfassade mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen ... die beteiligten Ingenieure und Fachabteilungen der großen Glasfassadenentwickler arbeiteten monatelang am richtigen Rezept. Heraus kam am Ende die zweischalige "Schild-Hybrid-Fassade" mit innenliegendem Sonnenschutz. Dieser Fassadentyp erlaubt eine manuelle (motorenunterstützte) direkte Belüftung der Büroräume durch die Mitarbeiter. Und vieles weitere erlaubt sie auch. Fernsicht zum Beispiel, silbriges Glänzen ...

Der anwesende Architekt der Doppeltürme mit zwischengelagertem Atrium, das neben dreier großer "Interchange Plattformen" auch die die ansonsten nur im dynamischen Gleichgewicht stehenden Türme mittels riesigen Stahlträgern gegen größere äußere Kräfte aussteift, betonte mehrmals den Gestaltcharakter des Bankgebäudes, der mit "Form" nichts zu tun habe. Tatsächlich lässt sich das Gestalthafte des 185 m hoch ragenden Bankgebäudes im Rundgang (weiträumig möglich) nachvollziehen, verändert die komplexe Skulptur ihre Erscheinung mit jedem Meter, den der Betrachter weiter in der Runde voran kommt.

Es wurde natürlich über Zahlen gesprochen - neben dem Konstruktiven -, darüber, warum das Gebäude von 850 Mio. € nun bis zu 1,2 Mrd. € kosten könnte. Auch kam zur Sprache, dass der Neubau, dessen Planung mittlerweile rund 10 Jahre zurückliegt, für die EZB vielleicht schon zu klein sein könnte: die neu gewonnene Funktion der Bankenaufsicht durch die EZB verlangt nach mehr Mitarbeitern (rund 2000 neue Stellen), eine Perspektive, die vor Jahren so noch nicht absehbar war. Derzeit arbeiten bei der EZB in Frankfurt gut 1500 Menschen. Be. K.

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