Plenarsaal Niedersachsen

Tag der offenen Tür im Landtag Niedersachsen

Erster öffentlicher Blick in den neuen Plenarsaal nach der Wiedereröffnung im Oktober 2017

Zahlreiche Besucher nutzten am 17. Februar die Gelegenheit, den neuen Plenarsaal des niedersächsischen Landtags erstmals zu besichtigen. Im Vorfeld hatte es über Jahre lange Diskussionen über den Erhalt des Plenarsaals gegeben, der nach den Plänen des Architekten Dieter Oesterlen im Jahr 1962 errichtet worden war. Seit 2002 waren mehrere Wettbewerbsverfahren unter unterschiedlichen politischen Konstellationen gelaufen, deren Ideen vom behutsamen Umbau des Bestands bis zum Abriss des Plenarsaals reichten. Gegen den Abriss gab es heftigen Widerstand in der Bevölkerung. Und als die Kosten für einen Neubau zu explodieren schienen, ruderte die Politik wieder zurück und besann sich auf die ersten Umbaukonzepte. Nun steht der Entwurf nach den Plänen vom Architekturbüro Blocher Partners – ein neuer Plenarsaal in der denkmalgeschützten Hülle von Dieter Oesterlen. Für die Variante "Plenarsaal mit Stadtbezug" hatten sich die niedersächsischen Politiker im Jahr 2013 aus insgesamt drei Entwurfsvarianten entschieden.
Der Umbau hat gut drei Jahre gedauert und insgesamt 58,2 Mio. € gekostet. Das Gebäude wurde komplett entkernt. Es gab rund 10.000 t Abbruchmaterial. Im entkernten Oesterlentrakt liegt der Plenarsaal nun um 180 Grad gedreht direkt hinter der historischen Fassade und öffnet sich zur Stadt. Der Zugang erfolgt vom Lichthof, der jetzt – mit einem Glasdach überdacht – zu einem großzügigen Foyer geworden ist. In ihm bildet die erhaltene „Niedersachsentreppe“ von Dieter Oesterlen einen markanten Blickfang. Auch das Restaurant im Sockelgeschoss unterhalb des Plenarsaals ist erneuert worden. Es öffnet sich nun zum Leinefluss und zum weitläufigen Platz der Göttinger Sieben. Dort werden in Zukunft die Politiker und die Gäste bei gutem Wetter unter neu gezüchteten Spalierbäumen ihre Mittagspause im Freien verbringen können.

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