Deutscher Landbaukultur-Preis 2016

Gestern abend in Berlin überreicht: drei Hauptgewinne, drei Anerkennungen und der Sonderpreis für Westfalen

Die Wahl fiel nicht leicht. Aber sieben Mal sind Neu- oder Umbauten auf dem Land so herausragend gelungen, dass sie jetzt mit dem Deutschen Landbaukultur-Preis bzw. einer besonderen Anerkennung ausgezeichnet wurden.

Das sind die besten drei der insgesamt 150 Wettbewerbsbeiträge, die zum Deutschen Landbaukulturpreis 2016 eingereicht worden waren: Gut Dollrott im Kreis Schleswig-Flensburg, das Press- und Kelterhaus auf dem Weingut Brennfleck in Unterfranken und die idyllischen Winzerhäuschen des Weinkulturgutes Longen-Schlöder an der Mosel. Die Hauptpreise, mit jeweils 10.000 € dotiert, wurden am 14. Februar 2017 in einer festlichen Abendveranstaltung in der Schinkelschen Bauakademie in Berlin überreicht. Heiner Farwick, Präsident des Bundes Deutscher Architekten und Vorsitzender der Jury, würdigte die preisgekrönten Bauten als Zeichen einer außerordentlich vielfältigen Baukultur auf dem Land. Alle Preisträger sind aktive Landwirte oder Winzer. Sie belegen auf herausragende Weise, wie stilsicher und ansprechend auf dem Land gebaut wird.

Die Gewinner des Wettbewerbs

▪ Gut Dollrott, Dollrottfeld/Schleswig-Flensburg: Bei der Renovierung des Wirtschaftsgebäudes hat Landwirt Erk Westermann-Lammers auf alten Mauern und unter Wiederverwendung von altem Baumaterial ein modernes funktionales Wirtschaftsgebäude errichtet, das heutigen Anforderungen gerecht wird. Architekt: Baugeschäft Claus Becker GmbH & Co. KG.

▪ Einen weiteren Hauptpreis konnte der Winzer Hugo Brennfleck, Sulzfeld am Main, erringen. Bei der Sanierung des 400 Jahre alten Weingutdenkmals wurde auch ein neues Press- und Kelterhaus gebaut. Architekten: Dold & Versbach, Gerbrunn und Proform, Jutta Burrlein, Mainstockheim.

▪ Für den Neubau von zwanzig kleinen Winzerhäuschen auf dem Weingut Longen (Bauherren: Sabine und Markus Longen) in Longuich an der Mosel verlieh die Jury des Deutschen Landbaukultur-Preises den dritten Hauptpreis. In den gerade mal 20 m² großen Häuschen mit Doppelzimmer, Bad, Holzterrasse und Gärtchen können Erholungssuchende mitten im Weinberg herrlich entspannen. Architekten: Matteo Thun & Partners, Mailand – ARCHITEKTEN STEIN HEMMES WIRTZ, Kasel – HKK Landschaftsarchitektur GmbH, Frankfurt am Main.

Glückwünsche an die Gewinner und die Preisauslober. Mehr davon!

Weitere Informationen zum Preis, zu den Preisträgern und den ausgezeichneten Bauten sind unter www.landbaukultur-preis.de zu finden.

Die Anerkennungspreise

Drei Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro gehen in die Eifel, nach Thüringen und nach Rheinland-Pfalz.

▪ An der ehemaligen innerdeutschen Grenze befindet sich der historische Vierseitenhof Bauer von Bauherrin Kristina Bauer im thüringischen Sickenberg. Das denkmalgeschützte Ensemble wurde von 2005 an nach und nach restauriert, Wohngebäude, Stallungen, Torhaus und historisches Backhaus wurden nach baubiologischen und denkmalpflegerischen Grundsätzen erneuert. Architektin: Dipl. Ing. Barbara Töpfer-Werner, Mackenrode.

▪ Den wertschätzenden Umbau eines Bauernhofes zur Hofmolkerei zeichnete die Jury ebenfalls mit einem Anerkennungspreis aus. Landwirt Stefan Engel aus Hetzerath im Landkreis Bernkastel-Wittlich hat damit nach Urteil der Jury eine vorbildliche Lösung für die nach Aussiedlung der Milchkühe leerstehenden Ställe gefunden. Eine angrenzende Scheune wurde zum Wohnhaus umgebaut. Architekt: Helmut Weyer.

▪ Für den Scheunenumbau auf einem typischen Eifeler Bauernhof erhält Stefan Schiltz aus Hofweiler im Landkreis Trier-Saarburg eine Anerkennung zuerkannt. Die als Trierer Langhaus bekannte Gebäudeform besticht in neuer Ausführung als Wohnraum u.a. durch „die sehr hohe architektonische Qualität, die spannungsvoll gesetzten neuen Fensteröffnungen und die sorgsam gestalteten Details“. Architekt: RAINER ROTH ARCHITEKT BDA.

Der Sonderpreis für Westfalen

Mit dem Sonderpreis für Westfalen (3.000 Euro) wurde der Umbau eines Wirtschaftsgebäudes im Kreis Borken gewürdigt. Der münsterländische Hof von Leo Rehring liegt am Ortsrand von Schöppingen. Die freistehende ehemalige Durchfahrtscheune wurde mit Sandsteinen behutsam und stilsicher zu drei Wohnungen und von einer Werbeagentur genutzen Räumen umgebaut. Hofflächen wurden entsiegelt, es entstanden dadurch grüne Freiräume in Hoflage. Der Sonderpreis würdige die mit großem Respekt vor der vorgefundenen Baukultur durchgeführten Maßnahmen, so die Preisrichter. Architekt: Dipl. Ing. Rainer Scharlau.

Informationen zum Deutschen Landbaukultur-Preis

Der Deutsche Landbaukultur-Preis geht auf eine Initiative des Ehrenpräsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Franz-Josef Möllers zurück. Zunächst ausschließlich für Westfalen-Lippe konzipiert wurde er 2016 zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Damit werden herausragende architektonische Bauten und Außenanlagen auf landwirtschaftlichen Anwesen und damit das Bestreben der Bauern nach einer stimmigen Verbindung von Neuem und Altem, Wohnen und Arbeiten auf dem Land gewürdigt.

Landwirte, die in den vergangenen zehn Jahren schöne und vorbildliche Lösungen für das Bauen auf dem Land umgesetzt hatten, konnten sich 2016 zusammen mit ihren Architekten oder Landschaftsarchitekten um eine Auszeichnung für ihre Neu-, An- oder Umbauten auf dem Hof bewerben.

Träger des Preises ist die Stiftung LV Münster, eine Stiftung des Landwirtschaftsverlages in Münster. Der Deutsche Bauernverband sowie der Bund Deutscher Architekten und der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten unterstützen den Preis ideell.

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