Martin-Elsaesser-Plakette

Ausgezeichnete Architektur in Hessen

Der St Martin Tower Frankfurt erhält mit neun weiteren Bauten die Martin-Elsaesser-Plakette

Der St Martin Tower in Frankfurt am Main von meyerschmitzmorkramer Architekten ist mit der Martin-Elsaesser-Plakette  ausgezeichnet worden. Damit möchte die BDA-Gruppe Frankfurt gute, beispielhafte Architektur der Öffentlichkeit bekannt machen. In einem fünfjährigen Zyklus wird der Wettbewerb „Ausgezeichnete Architektur in Hessen“ ausgeschrieben.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Messe und dem Viertel Bockenheim wurde 2015 der St Martin Tower eröffnet. Heute ist er ein prämiertes Ensemble aus zwei Bürogebäuden, die durch eine zentrale Plaza und Grünflächen miteinander verbunden sind.

Bei der architektonischen Gestaltung durch meyerschmitzmorkramer standen neben der Formensprache, Funktionalität und Fläche ebenso das optimale Arbeitsumfeld und damit das Wohlbefinden der Mieter im Vordergrund. So stehen Büro- und Konferenzräume zur Verfügung, die auch temporär angemietet werden können. Hinzu kommen ein Concierge-Service, ein Gym-Bereich und eine Kita. Zugleich bereichern ein Café und ein renommiertes Restaurant die Gastro-Flächen des St Martin Tower.

Puristische Formensprache

Das von meyerschmitzmorkramer entwickelte Büro-Ensemble setzt sich aus einem flügelförmigen 18-stöckigen Tower und einem u-förmigen siebenstöckigen Wing zusammen, die sich um einen Vorplatz mit Grünflächen und Sommerterrasse gruppieren. Die Form des Turms leitet sich aus dem Prinzip form follows function ab und überzeugt durch maximale Belichtung, Teilbarkeit und Effizienz. Die Gebäudekerne wurden entsprechend minimiert. Durch diese Aufteilung entstehen optimale Bürotiefen und lange Fensterabwicklungen. Die U-Form des Wing garantiert, dass alle Räume von Tageslicht profitieren.

Die besondere Herausforderung bestand darin, einem Hochhaus im Rahmen enger baurechtlicher Vorgaben eine elegante und leichte Außenwirkung zu verleihen.Dies ist einerseits durch die zweigeschossige Fassadengliederung des Turms gelungen, die das Gebäude optisch streckt, andererseits durch Gebäudefugen an den schmalen Stirnseiten – so sind zusätzliche, ungewöhnliche Eckbüros entstanden. Der Entwurf zeigt eine lichte, vertikale Leichtmetallfassade, die jeweils über zwei Geschosse strukturiert ist. Eine konsequent klare schwarz-weiße Farbgebung der Fassade lassen Kontur und Schattenwirkung optimal zur Geltung kommen. Über jedes der insgesamt 17 Bürogeschosse im Tower kann man dazu zwei weitläufige Balkone oder Dachterrassen erreichen.

Die großzügige Plaza, auf deren Gestaltung besonderes Augenmerk gelegt wurde, schafft nicht nur für den St Martin Tower ein lebendiges Vorfeld. An drei Seiten eingefasst von Wing und Tower ist die mit hellem Stein gepflasterte Plaza ein zentraler Ort des Austausches und der Kommunikation geworden. Zugleich stellt sie einen Dialog zum westlichen Stadtquartier her.

Dank Proportion und Materialität bilden Flügel und Turm eine harmonische, spannungsreiche Einheit. So fügt sich der St Martin Tower organisch in die Skyline Frankfurts ein, sticht jedoch durch seine Markanz und Leichtigkeit hervor.

Daten und Fakten

Bauherr: Immo Hansa Beteiligungsgesellschaft mbH
Leistungen: Architektur LPH 1-5
Baubeginn: 2013 Fertigstellung: März 2015
Tower: 18 Geschosse - 17.740 m²  Mietfläche
Wing: 7 Geschosse - 7.536 m²  Mietfläche
BGF: 27.000 m²

Die ausgezeichneten Projekte sind:

Aktiv-Stadthaus, Frankfurt am Main
Architekten: HHS Planer + Architekten AG, Kassel
Bauherrin: ABG Frankfurt Holding
Evangelische Akademie – Römer 9, Frankfurt am Main
Architekten: Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt am Main
Bauherr: Evangelischer Regionalverband Frankfurt am Main
Hafenschule Offenbach
Architekten: Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt
Bauherrin: Stadt Offenbach
Neubau Historisches Museum Frankfurt, Frankfurt am Main
Architekten: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co. KG Architekten BDA, Stuttgart
Bauherr: Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat VII Kultur und Wissenschaft, Kulturamt – vertreten durch das Hochbauamt Frankfurt am Main
Kindertagesstätte Frankfurt-Westhafen, Frankfurt am Main
Architekten: vogels / architekten PartGmbH, Darmstadt
Bauherr: Magistrat der Stadt Frankfurt am Main – vertreten durch das Hochbauamt Frankfurt am Main
Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main
Architekten: Staab Architekten GmbH, Berlin
Bauherrin: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Philosophicum, Frankfurt am Main
Architekten: Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main
Bauherrin: RMW Wohnungsbaugesellschaft
St. Martin Tower, Frankfurt am Main
Architekten: meyerschmitzmorkramer main gmbh, Frankfurt am Main
Bauherrin: Immo Hansa Beteiligungsgesellschaft mbH
Stadthaus am Markt, Frankfurt am Main
Architekten: Meurer Generalplaner GmbH, Frankfurt am Main / Christian Bauer et Associés Architectes SA, Luxembourg
Bauherrin: Dom Römer GmbH
ZOB Freiheitsplatz Hanau
Architekten: netzwerkarchitekten GmbH, Darmstadt
Bauherrin: Stadt Hanau

Dem Preisgericht gehörten an:
Prof. Alexander Reichel, Architekt BDA, Kassel, Hochschule Darmstadt
Anne Rumetsch, Architektin BDA, Nürnberg
Rainer Schulze, Journalist (FAZ)
Prof. Wolfgang Schulze (Vorsitz), Architekt BDA, Kassel, Universität Kassel
Jörg Sturm, Architekt BDA, Dipperz/Rhön, Vorsitzender BDA Mittelhessen

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