60 Jahre Gropius-Haus – Tag der offenen Tür

Am Tag der ArchitekturZeit am 28. Juni 2013 um 17 Uhr

Das erste Haus nach seiner Emigration 1934 in die USA baute Walter Gropius in Hannover. In einem Garten umgeben von Bäumen steht das Gropius-Haus in einem großbürgerlichen Villenviertel am Stadtrand. Den Villen setzt der Architekt Gropius ein sachlich-schlichtes Wohnhaus entgegen, das der Funktion verpflichtet ist.

Nach dem Kriegsende in Deutschland knüpfte Gropius an die Tradition der Neuen Sachlichkeit aus den 1920er-Jahren an. Der Bruch, den diese Bewegung durch den 2. Weltkrieg erfahren musste, hatte auch Wilhelm Stichweh, Kunstmäzen und Bauherr des Gropius-Haus, mit Bedauern gegenüber dem Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht festgestellt, „schade, dass so gebaut wird, als hätten Mies v. d. Rohe und Walter Gropius nicht gelebt.“ Daraufhin holte Hillebrecht Gropius für sein erstes Bauwerk zurück nach Deutschland. Gropius war maßgeblich am Gebäudeentwurf beteiligt, überließ die Bauleitung jedoch dem deutschen Architekten Gerhard de Jonge. Mit seinen Stilelementen der 1920er-Jahre – schmucklose Fassade und einfache Geometrie – schlägt das 2-geschossige Wohnhaus mit seinem Flachdach, den schmalen Fensterbändern und dem von schmalen Stützen getragenen Vordach die Brücke zur Modernen. Mit den zwei Fassadenmaterialien, gelber Klinker und heller Putz, scheint sich das Mauerwerk wie eine Hülle um das Gebäude zu legen, während sich dazwischen immer wieder die Putzoberfläche hervorschält – ein Wechsel von Geschlossenheit und Durchbruch.

1974 erweiterten die Architekten Hübotter-Ledeboer-Busch, Hannover, im Süden das Gropius-Haus um einen 1-geschossigen Wohntrakt. Dabei schufen sie im Kleid der 1920er-Jahre eine respektvolle Ergänzung. Zurzeit wird das Gropius-Haus vom BDA Niedersachsen als Veranstaltungsort und Geschäftsstelle zusammen mit dem Verein zur Förderung der Baukunst e.V. genutzt.

Zum 60-jährigen Bestehen öffnet der BDA die Türen zu einem Gespräch, in dem Dr. Klaus Stichweh, der Sohn des Bauherrn, im Austausch mit dem Bauhistoriker Dr. Ing. Sid Auffarth aus seinen Erinnerungen berichtet.

Um Anmeldung wird bis zum 21. Juni 2013 gebeten:
Tel 0511 7010-328

Auch die DBZ feiert dieses Jahr ihren 60. Geburtstag! – Als Gropius das Wohnhaus Stichweh entwarf, gab Martin Mittag das erste Mal die Zeitschrift DBZ Deutsche BauZeitschrift heraus. Das Jahr 2013 steht unter dem Motto: 60 Jahre DBZ* Architektur im Wandel:

Das bietet uns die Gelegenheit, mit Ihnen zurückzuschauen: auf 60 Jahre Wandel in der Architektur, den gestalterischen Wandel der DBZ und den Wandel der Botschaften in der Werbung. Wie Renzo Piano einmal sagte, „ein Architekt verändert die Welt nicht, aber er kann den Wandel umsetzen.“ Und die DBZ dokumentiert ihn. Von der Nachkriegsmoderne in den 1950er-Jahren über die Postmoderne, den Dekonstruktivismus bis hin zur zeitgenössischen Architektur des 21. Jahrhunderts: Die DBZ hat die wechselnden Zeiten mit informativen Artikeln über großartige Bauwerke von namhaften Architekten und Ingenieuren mit viel Gespür für die Planenden und Bauschaffenden begleitet. Immer im Blick das Gespräch zwischen Planern, Architekten und Ingenieuren. Denn in dem Zusammenspiel kann Großes entstehen!
Wir schauen zurück auf unsere Anfänge mit der DBZ, auf werbliche Botschaften und auf die Architektur der 1950er- und 1960er-Jahre; somit auf 60 Jahre Architekturgeschichte und Architektur im Wandel.

Gezeigte Projekte in der DBZ 03 | 2013:

Wohnhaus Oesterlen, Hannover
Architekt Prof. Dieter Oesterlen

Das Gropius-Haus, Hannover
Architekt Walter Gropius

Madonna in den Trümmern, Köln
Architekt Gottfried Böhm

Hochschule für Gestlatung, Ulm
Architekt Max Bill

Hallenbad Oberhausen-Sterkrade
Städt. Hochbauamt Oberhausen

Stadttheater Münster (Westf.)
Architekten Harald Deilmann, Max Clemens von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau

Deutsche Pfandbriefanstalt, Wiesbaden
Architekten Alexander Freiherr von Branca und Wilhelm Wichtendahl

Unité d´habitation type Berlin, Marseille (1954) | Berlin (1958)
Architekt Le Corbusier

Um Anmeldung zum Vortrag wird bis zum 21. Juni 2013 gebeten:
Tel 0511 7010-328

Das DBZ Spezial: 60 Jahre DBZ* Architektur im Wandel

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