BDA Preis Bayern 2019

24. Preisverleihung des BDA Preises in München

Am 23. Februar wurde der BDA Preis Bayern zum 24. Mal in München verliehen.
Im Rahmen eines Festakts in der Alten Kongresshalle wurden je ein Preis und (erstmalig) zwei Auszeichnungen in den einzelnen Kategorien vergeben. Der vom Bund Deutscher Architekten ausgelobte Preis ist einer der renommiertesten Architekturpreise landesweit. Nicht nur die hohe Qualität der Architektur, sondern auch das erfolgreiche Zusammenwirken zwischen Bauherr und Architekt wird mit dem BDA Preis Bayern gewürdigt. Alle Preisträger sind für den BDA-Architekturpreis, Nike 2019, nominiert.

„Es war eine der bewegendsten Preisverleihungen, die wir je hatten“, resümierte
Prof. Lydia Haack, BDA Landesvorsitzende, und die durchwegs gute Stimmung der über 400 anwesenden Teilnehmer und Gäste gaben ihr recht. In ihrer Einführung dankte Prof. Haack den Bauherren und Architekten für ihr baukulturelles Engagement und erklärte: „Der BDA Preis Bayern wurde vor 52 Jahren mit der Intention ins Leben gerufen, den Blick auf das hohe Maß an Verantwortung zu lenken, das Architekten und Bauherren gegenüber der Gemeinschaft übernehmen. Die herausragenden prämierten Projekte, aber auch die vielen qualitativ hochwertigen Einreichungen zeigen uns, dass diese Verantwortung in Bayern wahrgenommen wird.“

„Baukultur stiftet Identität. Wer baut, sichert Tradition, stiftet Orte für gemeinschaftliche Werte und schreibt die Zukunft weiter. Wer in Bayern baut, meißelt unsere DNA in Stein. Deshalb ist mir Baukultur so wichtig“, so der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Dr. Hans Reichhart, der die Schirmherrschaft über den BDA Preis Bayern 2019 übernommen hat.

Souverän und feinsinnig führte Kurator Amandus Samsøe Sattler durch den Abend und betonte: „Der BDA Preis Bayern ist ein für die Stärkung der Baukultur bedeutender Architekturpreis, der vor allem auch das öffentliche Bewusstsein für qualitätsvolle Gestaltung schärfen soll. Deshalb ist es wichtig, dass neben den Preisen weitere Auszeichnungen vergeben werden, um so die Architekturqualität in Bayern noch stärker sichtbar werden zu lassen.“

Zum zweiten Mal wurde im Rahmen des BDA Preis Bayern 2019 auch ein Nachwuchspreis ausgelobt. Lydia Haack dankte den Hochschulen für die zahlreichen anspruchsvollen studentischen Beiträge und betonte: „Die Weiterentwicklung unserer Baukultur hängt in entscheidendem Maße auch von unseren Investitionen in die Qualität der Ausbildung und der Nachwuchsförderung ab. Angesichts der Zunahme der Aufgabenfelder in unserem Berufsfeld und ihrer wachsenden Komplexität wird Bildung zu einer zentralen Aufgabe für unseren Berufsstand. Deshalb bieten wir auch zukünftigen Architekten und Stadtplanern mit dem BDA Nachwuchspreis eine Plattform, auf der sie ihre Ideen präsentieren können, und verweisen damit auch auf die Verantwortung der Architektenausbildung als Grundlage für qualitätsvolle Planung.“

Für große Überraschung sorgte der Preis der Jury, der dieses Jahr erstmalig einer studentischen Arbeit zuteilwurde. Jurymitglied Dr. Uta Gelbke dankte Matthias Richter für seine wegweisende Masterarbeit „Was ist schön?“.

„In ihrer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff Schönheit schlussfolgert diese Arbeit, dass das Schöne nicht dem subjektiven Urteil unterliegt, sondern durch Experten — in diesem Fall Architekten — aufgrund ihres geübten Geschmacksvermögens bewertet werden kann. Der Autor fordert: neues Baurecht, neue Baupolitik, neue Werte. Was wie ein idealistischer Rundumschlag klingt, ist der Versuch, den Verlust des Experten zu thematisieren und Baukultur wieder als gesellschaftliche Verantwortung des Berufsstands zu diskutieren“. Dies sieht die Jury als vordergründige Leistung der Arbeit und als Alleinstellungsmerkmal unter allen eingereichten Projekten.

Im Rahmen der BDA Preisverleihung wurden auch die Nominierungen des BDA Landesverband Bayern für den BDA-Architekturpreis, Klassik Nike 2019, durch Prof. Auer, Architekt BDA und ehemaliger Nike-Preisträger, vorgestellt. Die „Klassik Nike“ zeichnet ein Bauwerk aus, das nach 1945 entstanden ist, sich über mindestens drei Jahrzehnte bewährt hat und dessen besondere Architektur immer noch als vorbildhaft gelten kann.

Die Preise

BDA-Architekturpreis Nike 2019
Nominierungen Klassik Nike

Architekturschule, München

Architekten: Adolf Peter Seifert, Franz Ruf, Rol ter Haerst
Bauherr: Freistaat Bayern

Pellerhaus, Nürnberg

Architekten: Fritz, Mayer, Walter Mayer
Bauherr: Stadt Nürnberg

BDA Preis Bayern 2019
Preisträger und Auszeichnungen

Kategorie: Wohnungsbau

Preisträger
Parkplatzüberbauung am Dantebad, München

Florian Nagler Architekten GmbH, München
Bauherr: Gewofag Holding GmbH

Auszeichnungen
Nachverdichtung mit drei Stadthäusern und Tiefgarage, München

kandlerundmack architekten gmbh, München
Bauherr: Privat

Haus M5/2, Berg
Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner, Greifbenberg / München
Bauherr: Privat

Kategorie: Bauen für die Gemeinschaft

Preisträger
Erweiterung der Maria-Ward-Schule, Bamberg

PECK.DAAM ARCHITEKTEN GMBH, München
Bauherr: Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg

Auszeichnungen
Neubau einer Dreifach-Turnhalle für die Realschulen in Eichstätt-Rebdorf

Diözesanbauamt Eichstätt
Bauherr: Diözese Eichstätt

Sanitärgebäude am Jugendzeltplatz, Mammendorf

s+p dinkel Architektur GmbH, Gilching
Bauherr: Landkreis Fürstendfeldbruck

Kategorie: Gewerbe- und Verwaltungsbau

Preisträger
Neubau Wertstoff- und Straßenreinigungsdepot Nord, Augsburg

Knerer und Lang Architekten GmbH, München
Bauherr: AWS Abfallwirtschafts- und Straßenreinigungsbetrieb, Augsburg

Auszeichnungen
Neubau Rathaus, Maitenbeth

meck architekten gmbh, München
Bauherr: Gemeinde Maitenbeth

Mehr Platz für Architekten, Schondorf
vonMeierMohr Architekten PartG mbB, Schondorf am Ammersee
Bauherr: vonMeierMohr Architekten PartG mbB

Kategorie: Bauen im Bestand / Denkmal

Preisträger
Einblick und Ausblick – Eine Burg für die Bürger, Röttingen

Schlicht Lamprecht Architekten PartGmbB, Schweinfurt
Bauherr: Stadt Röttingen

Auszeichnungen
Hofgut Karpfsee, Bad Heilbrunn
Florian Nagler Architekten GmbH, München
Bauherr: Stiftung Nantesbuch GmbH

Altes Garmisch neu gelebt, Garmisch-Partenkirchen
Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner, Greifbenberg / München
Bauherr: VEHBL Baugemeinschaft / gap.Quartiersentwicklungsgesellschaft, Konstanz

Kategorie: Besondere Bauten

Preisträger
Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer, Poing

meck architekten gmbh, München
Bauherr: Erzbischöfliches Ordinariat München

Auszeichnungen
Bellevue di Monaco, München

hirner & riehl architekten und stadtplaner bda partg mbb, München
Bauherr: Gemeinnützige Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco eG

Atelierhaus, München

WESTNER SCHÜHRER ZÖHRER Architekten und Stadtplaner, München
Bauherr: Privat

Kategorie: Nachwuchspreis

Preisträger
Die Kelterei – Vom Naturprodukt zum Kulturprodukt

Verfasser: Julian Kerkhoff
Hochschule: Technische Universität München
Betreuung: Prof. Uta Graff

Auszeichnungen
Gasthaus am Fluss

Verfasser: Matthias Pabst
Hochschule: Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Betreuung: Prof. Marc-Philip Reichwald

Entscheidungen im Raum

Verfasser: Julius Bentele
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Betreuung: Prof. Wolfgang Fischer

Preis der Jury
Was ist schön?

Verfasser: Matthias Richter
Hochschule: Akademie der Bildenden Künste München
Betreuung: Prof. Carlo Baumschlager

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