10 Jahre Soziale Stadt

Jubiläumskongress zeigt Alternativen zur Ausgrenzung benachteiligter Stadtquartiere

Rund 400 Expertinnen und Experten nahmen am Jubiläumskongress "10 Jahre Soziale Stadt" in Berlin teil. Eröffnet wurde der Kongress von Bundesminister Wolfgang Tiefensee und Franz Müntefering, SPD-Vorsitzender, der 1999 als Bundesminister das Bund-Länder-Programm ins Leben gerufen hat. Die Bauministerkonferenz der Länder wird vertreten durch den Vorsitzenden Lutz Lienenkämper, Bauminister aus Nordrhein-Westfalen.

Das Programm "Soziale Stadt" wurde 1999 gestartet, um Stadtquartiere mit großen städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu stabilisieren. Mittlerweile sind bundesweit mehr als 520 Stadtquartiere in 330 Städten und Gemeinden in das Bund-Länder-Programm aufgenommen worden. Rund 2,3 Milliarden Euro haben Bund, Länder und Gemeinden insgesamt dafür eingesetzt, der Bund davon allein 760 Millionen Euro. 2006 wurde ein neuer wichtiger Schwerpunkt gesetzt: Im Rahmen von Modellvorhaben werden auch sozial-integrative Maßnahmen, zum Beispiel in der Jugend- und Bildungspolitik, gefördert. Außerdem wurde die "Soziale Stadt" um das ESF-Bundesprogramm "Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier" (BIWAQ) erweitert. Auf dem Jubiläumskongress präsentieren fünf Projekte ihre Erfahrungen aus der Praxis (Nürnberg-Nordostbahnhof, Berlin-Neukölln, Quartier Reuterplatz, Offenbach-Östliche Innenstadt, Duisburg-Marxloh, Stralsund-Grünhufe).

Auf dem Kongress  "10 Jahre Soziale Stadt" zeigen Beispiele aus der Praxis, "was das Programm leisten kann, was bis heute erreicht wurde und welcher Handlungsbedarf in den nächsten Jahren  besteht", so Tiefensee: "Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturwandel stellt die Stadtentwicklungspolitik auf absehbare Zeit vor große Herausforderungen. Wenn sich in Stadtvierteln hohe Arbeitslosigkeit, Armut, niedrige Bildungsabschlüsse und fehlende berufliche Qualifikation, mangelnde Wirtschaftskraft sowie Konflikte im sozialen Zusammenleben überlagern und wechselseitig verstärken, können Abwärtsspiralen entstehen und sich verfestigen.“ Hier setzt das Programm Soziale Stadt an: Es soll eine Trendwende einleiten und die Wohn- und Lebensbedingungen für die Menschen verbessern.

Internet: www.bmvbs.de

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